Günther Oettinger | Bildquelle: dpa

Nach Kritik an EU-Kommissar Oettinger sagt offiziell "Sorry"

Stand: 03.11.2016 11:29 Uhr

EU-Kommissar Oettinger hat sich offiziell für seine "Schlitzaugen"-Äußerungen über Chinesen entschuldigt. Damit hatte er einen Sturm der Entrüstung verursacht - nicht nur in Deutschland, sondern auch in China. Eine Reaktion von dort steht noch aus.

EU-Kommissar Günther Oettinger hat offiziell um Entschuldigung für seine "Schlitzaugen"-Rede gebeten. Er sehe ein, dass seine Wortwahl negative Gefühle erzeugt habe und einige Menschen sogar verletzt haben könnte, ließ der derzeitige EU-Kommissar für digitale Wirtschaft mitteilen. Er bitte deswegen um Verzeihung für alle Äußerungen, die "nicht so respektvoll waren, wie sie hätten sein sollen". In einer ersten Reaktion hatte er seine Äußerung nur "etwas salopp" genannt.

Oettinger hatte vor rund einer Woche in einer Rede in Hamburg angesichts der wirtschaftlichen Konkurrenz aus Fernost Chinesen als "Schlitzohren und Schlitzaugen" bezeichnet. Beim Thema Zukunft Europas hatte er mit einem umstrittenen Beispiel vor der politischen Schwächung der EU gewarnt. "Letzte Woche waren die chinesischen Minister bei uns, zum Jahresgipfel 'China-EU'. Neun Männer, eine Partei. Keine Demokratie, keine Frauenquote, keine Frau - folgerichtig." Und er fügt hinzu: "Alle: Anzug, Einreiher dunkelblau, alle Haare von links nach rechts mit schwarzer Schuhcreme gekämmt."

Die chinesische Regierung hatte sich darüber empört geäußert. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte, die Bemerkungen Oettingers spiegelten ein bei einigen westlichen Politikern tief verwurzeltes und irritierendes Gefühl von Überlegenheit wider.

"Sicherlich nicht die Sprache der Bundeskanzlerin"

Nach der scharfen Kritik aus China hatte auch die Bundesregierung reagiert: "Jeder hat seine Sprache und seinen Vortragsstil. Und das, was da zu hören war, war in einigen Passagen ganz sicherlich nicht die Sprache und der Vortragsstil der Bundeskanzlerin. Es muss eben auch jeder aufpassen, dass er mit seiner Sprache andere nicht verletzt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Oettinger hatte neben seinen Äußerungen zu China unter anderem auch von einer vermeintlichen "Pflicht-Homoehe" gesprochen und durchblicken lassen, dass er glaubt, Frauen könnten ohne Quotenregelung keine Spitzenpositionen erreichen.

Oettinger zeigt späte Reue
K. Küstner, ARD Brüssel
03.11.2016 11:40 Uhr

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