Ölfässer in Senju, Nordkorea, an der Grenze zu China | Bildquelle: dpa

Atomkonflikt China drosselt Öl-Lieferung nach Nordkorea

Stand: 23.09.2017 13:35 Uhr

China erhöht mit neuen Handelsbeschränkungen den Druck auf Nordkorea. Das Land kündigte an, die Lieferungen von Öl einzuschränken. Die Volksrepublik setzt damit die härteren Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Pjöngjang um.

China hat eine Beschränkung von Öl-Lieferungen an Nordkorea angekündigt. Diese soll ab dem 1. Oktober für raffinierte Erdölprodukte gelten, teilte das chinesische Handelsministerium mit. Die Ausfuhr von Flüssiggas werde ab sofort verboten. Zudem würde der Import von Textilien aus Nordkorea eingestellt.

Die Volksrepublik setzt damit die härteren Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Pjöngjang um und erhöhte damit im Atomstreit den Druck auf Nordkorea. Da die Regierung in Peking keine Details zum Handel mit Nordkorea veröffentlicht, war zunächst nicht klar, wie groß die Reduzierung der Öl-Lieferungen ausfällt.

China ist einer der wichtigsten Verbündeten und der größte Handelspartner Nordkoreas. Rund 90 Prozent von Nordkoreas Handel findet mit der Volksrepublik statt.

Handel wächst trotzt Sanktionen

Ungeachtet des schärferen UN-Sanktionskurses gegenüber Nordkorea ist der Handel des weitgehend isolierten Staates mit China zuletzt weiter gewachsen.

Im August sei das größte monatliche Volumen seit Dezember 2016 umgesetzt worden, teilte die chinesische Zollbehörde mit. Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft habe im vergangenen Monat Güter im Wert von 604 Millionen Dollar im- oder exportiert. Im Juli seien es lediglich 456 Millionen Dollar gewesen.

Politischer Beschützer

Peking gilt als politischer Beschützer der Regierung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. China äußerte angesichts der anhaltenden Raketentests und Pjöngjangs Festhalten am Atomprogramm jedoch zunehmend Unzufriedenheit.

China unterstützt die jüngste Runde neuer UN-Sanktionen gegen Nordkorea - ist in der Umsetzung bisher jedoch selbst eher zurückhaltend gewesen, weil es einen Zusammenbruch der Kim-Regierung befürchtet. Die Volksrepublik argumentiert zudem, dass die Bewohner der Landes geschützt werden sollten.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im südkoreanischen Fernsehen | Bildquelle: dpa
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im südkoreanischen Fernsehen.

Gegenseitige Beleidigungen

US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea am Dienstag vor der UN-Vollversammlung in New York mit "totaler Vernichtung" gedroht. In Anspielung auf die Raketentests sagte er über Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: "Der Raketenmann ist auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime."

Kim reagierte, indem er seinerseits mit Vergeltung drohte und Trump einen "geistig umnachteten Greis" nannte. Sein Außenminister Ri Yong Ho drohte mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik. Trump legte nach und bezeichnete Kim als Irren, dem es nichts ausmache, sein Volk auszuhungern oder zu töten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. September 2017 um 12:00 Uhr.

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