Xi Jinping | Bildquelle: dpa

China und Nordkorea Planlos in Peking

Stand: 02.05.2017 08:21 Uhr

Das Bündnis zwischen China und Nordkorea zeigt zunehmend Risse. Pjöngjangs Drohung mit einem neuen Atomtest beunruhigt Peking. Ein Konzept dagegen hat man aber nicht. Doch hinter den Kulissen rumort es.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Die Ratlosigkeit ist groß in Peking. Nordkorea hat auch gestern wieder getönt, man sei bereit für einen neuen Atomtest. Das ist nicht förderlich für die Mai-Feiertagsstimmung der politischen Führung in Peking.

Erst Freitag hatte der chinesische Außenminister Wang Yi bei den UN in New York erneut vorgeschlagen: Nordkorea solle sein Atom- und Raketenprogramm aussetzen und die USA und Südkorea ihre Militärmanöver einstellen. Beide müssten jetzt agieren. Es reagierte aber keiner. Die Worte des chinesischen Außenministers verhallen – und wirken deshalb hilflos.

Chinas neue Strategie gegenüber Nordkorea
Weltspiegel, 30.04.2017, Mario Schmidt, ARD Peking

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Es rumort hinter den Kulissen

Die offizielle Rhetorik aus Peking klingt weiter diplomatisch. Aber hinter den Kulissen rumort es. Yang Xiyu war im Außenministerium jahrelang an den Sechs-Parteien-Gesprächen über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm beteiligt. Heute arbeitet er für das regierungsnahe China-Institut für Internationale Studien in Peking. Für ihn sind Chinas Beziehungen zum Nachbarn Nordkorea an einem Tiefpunkt angelangt.

Die unterschiedlichen Sichtweisen zum nordkoreanischen Nuklearprogramm, sagt Yang, träten "immer mehr in den Vordergrund". Das liege allein daran, dass die Führung in Pjöngjang ihre Position geändert habe. Chinas Ziel bleibe aber eine atomwaffenfreie, koreanische Halbinsel - "deshalb sind die Beziehungen so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr“.

Werden die Sanktionen verschärft?

Chinas Staatsmedien spekulieren offen über den möglichen nächsten Schritt: den Stopp der chinesischen Öllieferungen an Nordkorea. Bis zu 90 Prozent des nordkoreanischen Energieverbrauchs ist abhängig von China.

Yang Xiyu ist überzeugt: "Wenn Nordkorea weiter Atomwaffen testet, wird China reagieren - viel schärfer als zuvor." Der Experte verweist auf die Folgen weiterer Atomtests für die chinesische Grenzregion: "Wir machen uns darüber große Sorgen. Wir können nicht einfach nichts tun, wenn Nordkorea so etwas Schreckliches unternimmt."

Warnungen verpuffen

Ein nordkoreanischer Atomwaffentest bedeutet für China eine Gefährdung der nationalen Sicherheit. Die Volksrepublik fürchtet um das Wohl seiner Grenzbewohner. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte Nordkorea mehrfach vor weiteren Atomtests gewarnt. Ohne Erfolg. Im Februar hatte China angekündigt, den Import von Kohle aus Nordkorea bis zum Ende des Jahres zu stoppen. Auch das ohne sichtbare Wirkung.

Trotzdem setzt China weiter Sanktionen durch die UN. Für Peking gibt es eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf, sagt Korea-Experte Yang. "China hat sehr klare Prinzipien: keinen Krieg und kein Chaos." Die Führung in Peking wolle es anders machen als die USA im Irak, in Syrien oder in Libyen: "Probleme beseitigen wollen, aber dabei noch mehr Probleme schaffen - China wird diesen Weg nicht wiederholen."

Konzepte gesucht

Aber eigene gute Ideen zur Lösung der Krise hat China nicht. Die offizielle Strategie bleibt Deeskalation, aber Chinas Geduld mit Nordkorea ist am Ende. Die alte Verbundenheit mit dem Nachbarn wird mittlerweile selbst in China scharf kritisiert.

Der Historiker Shen Zhihua, einer der bekanntesten Korea-Experten im Land, forderte kürzlich in einer Rede an der Universität in Dalian, das traditionelle Bündnis mit Nordkorea aufzugeben. Nordkorea sei Chinas latenter Feind und Südkorea könnte Chinas Freund sein. Die Rede wurde weder zensiert noch sanktioniert. Das hätte es vor einiger Zeit so noch nicht gegeben.

Ratlos, hilflos, planlos: China in der Nordkorea-Krise
A. Dorloff, ARD Peking
02.05.2017 10:44 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 02. Mai 2017 um 07:44 Uhr auf WDR 5 im Morgenecho.

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