Xi Jinping | Bildquelle: dpa

Chinas Appell Mit "friedlichen Mitteln" gegen Nordkorea

Stand: 12.04.2017 09:54 Uhr

Während die USA auf Drohgebärden gegen Nordkorea setzen, spricht sich China für "friedliche Mittel" aus. In einem Telefonat mit US-Präsident Trump appellierte Chinas Präsident Xi für eine besonnene Reaktion. Vorausgegangen waren Drohungen aus Washington.

Chinas Präsident Xi Jinping hat angesichts wachsender Spannungen zu einer friedlichen Lösung im Streit über eine atomare Bewaffnung Nordkoreas aufgerufen. Nach der Entsendung eines US-Flugzeugträgers in die Region unterstrich er in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump, dass China an dem Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel festhalte, um Frieden und Stabilität zu wahren. Zugleich rufe China aber zu "friedlichen Mitteln" auf, um das kommunistische Regime Nordkoreas davon abzuhalten, sich Atomwaffen zu beschaffen, zitierten ihn chinesische Staatsmedien.

Über das erste Treffen von Xi mit Trump äußerte sich Chinas Staatschef positiv: Die Gespräche in Mar-a-Lago in Florida hätten "wichtige Errungenschaften" gebracht. Es habe wichtige Übereinstimmung über die Beziehungen gegeben. Auch das gegenseitige Verständnis sei verbessert worden.

Neue Trump Drohung

Zuvor hatte Trump erneut mit einem Alleingang der USA gedroht. Über den Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er: "Nordkorea sucht Ärger. Sollte sich China dafür entscheiden, uns zu helfen, dann wäre das großartig." Er fügte hinzu: "Wenn nicht, werden wir das Problem ohne sie lösen." Er habe China klargemacht, dass ein gemeinsamer Handelspakt für China deutlich besser ausfalle, wenn sie das Nordkorea-Problem lösen würden.

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, forderte den US-Präsidenten auf, in der Weltpolitik künftig aufs Twittern zu verzichten. "Herr Präsident, hören Sie auf zu twittern!", sagte Ischinger der "Bild"-Zeitung. "Twittern ersetzt keine Strategie". Weltpolitische Krisenentscheidungen bedürften der "strategischen Abstimmung mit Partnern und Verbündeten und der sorgfältigen Abwägung aller Risiken und Nebenwirkungen", führte er weiter aus.

Spannungen mit Nordkorea

Seit mehr als zehn Jahren verhängt der UN-Sicherheitsrat wegen Atom- und Raketentests Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang. In den vergangenen Wochen haben die Spannungen zwischen dem isolierten kommunistischen Nordkorea und den USA noch zugenommen. Nach mehreren nordkoreanischen Raketentests entsandten die USA einen Flottenverband mit dem Flugzeugträger "USS Carl Vinson" in die Region. Als Reaktion verschärfte Nordkorea am Dienstag den Ton und drohte mit "härtesten Gegenmaßnahmen gegen die Provokateure". Der US-Marineverband soll voraussichtlich am Wochenende in Gewässern nahe der koreanischen Halbinsel eintreffen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. April 2017 um 10:00 Uhr.

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