Eine Frau steht vor dem Gebäude des China Central Television (CCTV) | Bildquelle: REUTERS

Festgesetzte Ziele Wird China der neue Klima-Primus?

Stand: 22.05.2017 15:20 Uhr

Der gefährliche, dichte Smog in chinesische Metropolen hat inzwischen weltweit traurige Berühmtheit erlangt. Entsprechend seltsam erscheint der Gedanke, China könnte die führende Kraft in Sachen Klimaschutz werden. Doch genau dazu könnte es bald kommen, sagt Werner Eckert.

China vollzieht eine strikte Kehrtwende in Sachen Klimaschutz. So machte der chinesische Klimabeauftragte Xie Zhenhua erneut deutlich, dass sein Land die Verpflichtungen voll erfüllen und den Weg in Richtung Klimaschutz weitergehen werde: "Kein Land, kein Volk, kann diesen Trend stoppen." Sein Land sei auf einem gutem Weg für die selbst gesteckten Ziele der nächsten Jahre: "Wir werden unsere Klimaziele für 2020 weit übertreffen." China will bis dann Kohlenstoff um 40 bis 45 Prozent effizienter als 2005 einsetzen. Zudem hat das Land zugesagt, zu versuchen, noch vor 2030 den Höhepunkt seines Treibhausgas-Ausstoßes zu erreichen.

Der ARD-Umweltexperte Werner Eckert rechnet sogar damit, dass China weltweit die führende Rolle in Sachen Klimaschutz übernehmen könnte. "China schickt sich an, diese Rolle mit zu übernehmen", sagt er. Dafür gebe es gleich mehrere Gründe: Erstens habe China große Probleme mit dem Umweltschutz - Stichwort: Smog. Zweitens sei ein Voranschreiten beim Klimaschutz für die chinesische Führung eine willkommene Gelegenheit, ihren in vielerlei Hinsicht schlechten Ruf aufzupolieren. "Die Chinesen werden immer wieder an den Pranger gestellt - zum Beispiel bei den Menschenrechten - aber beim Klimaschutz könnten sie bei einem moralisch positiv aufgeladenen Thema die Führerschaft übernehmen."

Werner Eckert, SWR, zur Rolle Deutschlands im Klimaschutz
tagesschau24 11:30 Uhr, 22.05.2017

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Hendricks hält an E-Auto-Ziel fest

Peking will auch bei Elektroautos ein Zeichen setzen: Der Klimabeauftragte Xie Zhenhua verwies darauf, dass China bis 2020 mehr als fünf Millionen Elektroautos auf seinen Straßen haben werde. Auch Deutschland verfolgt ambitionierte Ziele bei Elektroautos: Entgegen der Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel hält Umweltministerin Barbara Hendricks weiter an dem deutschen Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 fest. Das machte sie nun deutlich.

Wegen der Luftverschmutzung in Peking tragen die Menschen Mundschutzmasken.
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2014 in Peking: Wegen der Luftverschmutzung tragen die Menschen Mundschutzmasken.

Merkel hatte vergangene Woche gesagt: "So, wie es im Moment aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen." Schon im Januar hatte es allerdings Sigmar Gabriel als damaliger Wirtschaftsminister als Illusion bezeichnet: "Wenn wir nicht noch die Fahrräder dazuzählen, werden wir nicht mal auf die Hälfte kommen. Ich rate zu ein bisschen mehr Realismus", sagte er. Hendricks hatte sich damals nicht dazu geäußert.

Warnung an die USA

Hendricks hat noch weitere Pläne: So will sie - trotz des Widerstands in den USA - die größten Wirtschaftsnationen zu einem Umbauplan für das Energiesystem bewegen. "Unser Ziel ist die Verabschiedung eines Aktionsplanes, der dem Umbau der Energiewirtschaft in Richtung Erneuerbare Energien einen zusätzlichen Schwung verleiht", kündigte sie bei der Eröffnung des "Petersberger Klimadialogs" an. Klima- und Energiethemen sollten im Rahmen der deutschen Präsidentschaft der Gruppe der wichtigsten Wirtschaftsnationen (G20) zusammengeführt werden.

In diesem Zusammenhang forderte die Ministerin die USA nachdrücklich zu einem Verbleib im Pariser Klimaschutzabkommen auf. "Nur wer sich innerhalb der Völkergemeinschaft bewegt, kann auch mitreden", warnte Hendricks die US-Regierung vor internationaler Isolation. Zugleich machte sie deutlich, dass unabhängig von weiteren Entscheidungen der US-Regierung "der Rest der Welt fest zum Klimaschutz steht".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Mai 2017 um 11:00 Uhr.

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