Internetnutzer in China | Bildquelle: picture alliance / Shan He/Imagi

Kampagne der Regierung China verschärft Internetzensur

Stand: 23.01.2017 15:55 Uhr

Viele Internetuser und Unternehmen nutzen in China eine Software, um die Blockade bestimmter Internetseiten zu umgehen. Dagegen möchte die Regierung nun schärfer vorgehen. Die Software darf nur noch mit staatlicher Erlaubnis angeboten werden.

Die chinesische Regierung verschärft ihre Kontrolle über den Zugang der Bevölkerung zum Internet. Spezielle Software, mit der die Blockade bestimmter Internetseiten in China umgangen werden kann, darf künftig nur noch mit staatlicher Erlaubnis angeboten werden, wie das Technologie- und Informationsministerium mitteilte.

"Irreguläre Entwicklungen"

Das Ministerium begründete seine neue Vorschrift damit, dass der Markt für Internetzugänge schnell gewachsen sei und es "erste Anzeichen für irreguläre Entwicklungen" gebe. Daher bestehe "dringender Bedarf für Regulierung". Die neue Regelung ist Teil einer Kampagne, die bis März 2018 laufen soll.

Facebook, Google, Twitter gesperrt

Ziel der Aktion sind vor allem Internetzugänge via VPN (Virtual Private Network). Nutzer können damit vortäuschen, sich in einem anderen Land aufzuhalten. Dies ermöglicht es ihnen, von China aus Seiten aufzurufen, die in dem Land gesperrt sind - etwa Facebook, Instagram, Google und Twitter sowie diverse Nachrichtenportale.

VPN-Software wird in China unter anderem von dort tätigen ausländischen Unternehmen benutzt, aber auch von Privatleuten. Viele Intellektuelle und Dissidenten verwenden solche Programme oder Apps, um ihre Ansichten etwa auf Facebook oder Twitter zu veröffentlichen.

731 Millionen Chinesen online

Die Zahl der im Netz aktiven Chinesen ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Im Dezember waren nach Angaben des staatliche Internet-Informationszentrums 731 Millionen Chinesen online, das sind 6,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. August 2017 um 15:35 Uhr.

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