Jemand hebt chinesische Banknoten ab. | Bildquelle: picture alliance / PhotoAlto

Finanzkontrollen in China Auf dem Weg zur vollen Durchleuchtung

Stand: 06.06.2017 12:02 Uhr

Chinas Bürger sind Kontrollen gewöhnt: Ihr digitales Leben wird größtenteils überwacht - dank Kameras und Biometrie-Tracking gilt das inzwischen in vielen Bereichen auch fürs echte Leben. Jetzt gehen die Behörden noch einen Schritt weiter.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Wer gibt wo wie viel Geld für welche Waren und Dienstleistungen aus? Ab Herbst will China finanzielle Aktivitäten seiner Bürger im Ausland verstärkt überwachen.

Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua müssen Chinas Banken ab September jedes Mal melden, wenn ein Chinese im Ausland mit seiner Kreditkarte 1000 Yuan oder mehr ausgibt. Umgerechnet sind das rund 130 Euro. Auch wenn Chinesen im Ausland entsprechend Bargeld abheben, wird das künftig automatisch getrackt.

Offiziell gegen Geldwäsche und illegale Transaktionen

Offiziell richtet sich die neue Regel gegen Geldwäsche und andere illegale Finanztransaktionen. Dahinter stecken dürfte aber auch die Furcht vor Kapitalflucht. Auch könnten Chinas Behörden künftig einfacher gegen Schmuggel von Luxusgütern vorgehen.

Überwachung aller Lebensbereiche

Im Kern aber zeigt das Ganze vor allem eines: In China bleibt dem Staat bald nichts mehr verborgen, was seine Bürger tun. Die Überwachung wird auf alle Lebensbereiche ausgedehnt, künftig eben auch auf Aktivitäten von Bürgern, die im Ausland auf Reisen sind.

Weltweit gibt niemand im Ausland so viel Geld aus wie Chinesen: Im vergangenen Jahr summierten sich alle chinesischen Kartenzahlungen im Ausland auf einen Wert von gut 100 Milliarden Euro.

China verschärft Finanzkontrollen: Private Kartenzahlungen werden überwacht
S. Wurzel, ARD Shanghai
06.06.2017 11:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Juni 2017 um 12:41 Uhr in der Wirtschaft.

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