Gebäude mit Facebook-Logo | Bildquelle: AFP

Möglicher Einsatz in China Facebook entwickelte Zensur-Software

Stand: 23.11.2016 09:57 Uhr

Facebook hat einem Zeitungsbericht zufolge eine Software entwickelt, mit der politisch unliebsame Inhalte zensiert werden können. Ob diese jemals zum Einsatz kommt, ist unklar. Das Programm könnte die Rückkehr in den chinesischen Markt ebnen.

Facebook hat offenbar eine Software zur Zensur von Nutzer-Einträgen entwickelt. Das berichtet die "New York Times". Das Werkzeug könne dem weltgrößten Internet-Netzwerk bei seinen Bemühungen helfen, auf den chinesischen Markt zurückzukehren. Facebook wurde vor sieben Jahren von den chinesischen Behörden aus dem Land verbannt.

Die neue Software könnte "dritten Seiten" erlauben, populäre Einträge und Schlagworte auf Facebook zu beobachten, schrieb die Zeitung. Die "dritte Seite" habe dann volle Kontrolle darüber, ob diese Posts in den Kanälen der Nutzer auch auftauchten.

Facebook entwickelt angeblich Zensur-Software für China
nachtmagazin 00:00 Uhr, 24.11.2016, Mareike Aden, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Bislang keine Hinweise für Einsatz der Software

Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Software den Behörden in China angeboten wurde oder gar zum Einsatz komme, gebe es jedoch nicht. Vielmehr handele es sich um eine von vielen Ideen, die Facebook diskutiert habe, um Zugang zum chinesischen Markt zu bekommen. Mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern ist China das Land mit dem größten Internetmarkt der Welt.

Dem Bericht zufolge gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Gespräche mit chinesischen Behörden, die jedoch zu keinem Ergebnis geführt hätten. Eine Facebook-Sprecherin sagte der Zeitung, das Online-Netzwerk habe noch keine Entscheidung zum Vorgehen in China getroffen. Die Software werde möglicherweise niemals eingesetzt.

Facebook ist seit 2009 in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gesperrt. Damit hatten die Behörden nach ethnischen Unruhen mit 140 Toten versucht, den Austausch von Informationen darüber zu unterbinden. Ausländische Medien haben in China einen schweren Stand und sind politischem Druck ausgesetzt.

Facebook-Zensur in anderen Ländern

Facebook schränkte in Ländern wie der Türkei, Pakistan oder Russland wegen lokaler Gesetze Inhalte bereits ein. Die neue Software würde demnach weiterreichende Möglichkeiten zur Unterdrückung von Inhalten geben. Dem Artikel zufolge bestehe die Gefahr, dass nach der Wahl von Donald Trump auch die US-Regierung Interesse an der Software haben könnte.

Mehr zum Thema

Darstellung: