Jack Ma  | Bildquelle: AFP

Olympische Spiele Wer ist der neue Sponsor Alibaba?

Stand: 21.01.2017 12:47 Uhr

Das chinesische Unternehmen Alibaba wird bis 2028 Partner und führender Sponsor der Olympischen Spiele. Das haben Chef Ma und IOC-Präsident Bach auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bekannt gegeben. Wer steckt hinter Alibaba?

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Der Deal mit dem chinesischen Unternehmen Alibaba gilt als der größte in der Olympischen Geschichte. Genaue Zahlen wurden zwar offiziell nicht genannt - Experten schätzen aber, dass der Vertrag zwischen 600 und 800 Millionen Dollar wert ist. Alibaba steigt in die Top-Riege der Olympia-Sponsoren auf und steht jetzt in einer Reihe mit zwölf anderen Unternehmen wie Coca Cola, Samsung und McDonald's.

Gründer und Chef von Alibaba ist Jack Ma, einer der reichsten Männer Chinas. Er sagt zu dem Deal:

"Wir sind sehr stolz, uns als erstes chinesisches Unternehmen für zwölf Jahre an die Olympische Bewegung gebunden zu haben. Und wir werden dafür sorgen, dass das funktioniert. Alibaba als Unternehmen ist zwar in China gegründet, aber für die ganze Welt gebaut."

Alibaba entwickelt Online-Strategie

Konkret soll Alibaba die Olympische Bewegung in die digitale Zukunft führen. Die Partnerschaft hat vor allem drei Ziele: Zunächst einmal soll Alibaba eine globale E-Commerce-Plattform für die Olympischen Spiele schaffen, zum Beispiel für den Verkauf von Fan-Artikeln. Das Unternehmen soll außerdem die IT-Infrastruktur und Cloud-Technologie für Olympia zur Verfügung stellen. Darüberhinaus soll der Olympische Online-Video-Kanal weiter entwickelt werden, auch mit einer Ausgabe in China.

"Unsere Vision und unsere Strategie für die nächsten zehn, 20 Jahre ist, dass Alibaba die Themen Glück und die Gesundheit im Blick hat. Wir sind der festen Überzeugung, dass mehr junge Menschen Sport treiben sollten, dann würde die Welt glücklicher", sagt Gründer Ma. Sein Unternehmen teile die gleichen Werte, Überzeugungen und Visionen wie die Olympische Bewegung.

Thoma Bach und Jack Ma | Bildquelle: AP
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Alibaba-Chef Ma und der Präsident des Olympischen Komitees, Thomas Bach, überreichten einander Geschenke beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos. "'In diesem neuen digitalen Zeitalter ist Alibaba herausragend positioniert", sagte Bach.

Ma - Ein Mann mit Visionen

Der 1,62 Meter kleine Ma ist um große Botschaften selten verlegen. Er kommt aus sehr einfachen Verhältnissen, hat ganz unten angefangen.

1999 gründete der ehemalige Englischlehrer das Online-Kaufhaus Alibaba. Die ursprüngliche Idee: kleine Unternehmen auf einer Handelsplattform zusammenzuführen. "Sie nannten mich Crazy Jack", erzählt Ma gerne. "Verrückt ist gut. Wir sind verrückt, aber nicht dumm."

Jack Ma wurde anfangs für seine Ideen belächelt. Aber es hat funktioniert. Alibaba ist heute einer der größten Internet-Konzerne der Welt. Mit dem Online-Auktionshaus Taobao, dem Online-Bezahlsystem Alipay und vielen weiteren Unternehmen ein regelrechtes IT-Imperium. Jeden Tag hat Alibaba über 100 Millionen Kunden auf seinen Seiten.

Logo von Alibaba | Bildquelle: REUTERS
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Der IT-Konzern Alibaba soll Olympia in die digitale Zukunft führen.

Für Alibaba ist China zu klein

Milliardär Jack Ma investiert auch gerne in den Sport. 2014 kaufte er sich zur Hälfte beim chinesischen Fußballklub und Serienmeister Guangzhou Evergrande ein. Auch der FC Bayern München hat Alibaba als Partner und verkauft über eine Handelsplattform des Unternehmens Fanartikel in China.

Mit dem neuen Olympia-Deal will Alibaba nun die große internationale Aufmerksamkeit. Die Strategie des Unternehmens ist dabei klar. "Wie können wir Alibaba zur Plattform für kleine Unternehmen weltweit machen? Wir können zehn Millionen kleinen Unternehmen außerhalb Chinas helfen."

Für Alibaba ist China zu klein geworden. Ma nannte die Olympia-Partnerschaft einen wichtigen Schritt zu einem globalen Konzern. Alibaba hat zum Ziel, künftig die Hälfte des Umsatzes außerhalb Chinas zu machen. 2016 kamen noch drei Viertel der Umsätze aus dem Heimatland. Als Top-Sponsor von Olympia soll sich das ändern. Und das IOC hat auch mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking einen Großsponsor aus China, der sich im Land auskennt.

Chinas Alibaba neuer Top-Sponsor von Olympia
Axel Dorloff, ARD Peking
21.01.2017 11:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Januar 2017 um 19:56 Uhr.

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