Chinas Außenamtssprecherin Hua Chunying. | Bildquelle: REUTERS

China verurteilt Nordkoreas angeblichen Atomtest Peking sieht sich direkt bedroht

Stand: 06.01.2016 13:39 Uhr

China gilt als der letzte Verbündete Nordkoreas. Umso empörter hat Peking auf den angeblichen jüngsten Nukleartest Nordkoreas reagiert und diesen auf "das schärfste verurteilt". Und nicht nur das: Für China ist der Test in der unmittelbaren Nachbarschaft eine direkte Bedrohung der eigenen Sicherheit.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Auch im chinesischen Staatsfernsehen auf allen Kanälen das Bild des Tages: Die nordkoreanische Fernsehsprecherin, die den erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe offiziell verkünden durfte. Es ist das Thema in Chinas Nachrichtensendungen.

Schule evakuiert

Chinas Erdbebenzentrum hatte am frühen Morgen einen Erdstoß der Stärke 4,9 auf der Richterskala gemessen. Im Staatsfernsehen CCTV Bilder aus Chinas nordöstlicher Provinz Jilin - der betroffenen Grenzregion zu Nordkorea. Schneebedeckte Wälder und Straßen - und ein Schulhof, dessen Asphalt durch das Beben aufgebrochen wurde. Die Schule in der Stadt Yanji wurde deshalb evakuiert.

"Peking verurteilt das aufs Schärfste"

In Chinas Hauptstadt Peking gab es dann am Nachmittag die erste offizielle Reaktion. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, sagte: "Heute hat die Demokratische Volksrepublik Nordkorea wieder einen Atomtest durchgeführt. Trotz Warnung und trotz Opposition der internationalen Gemeinschaft. Die chinesische Regierung verurteilt das auf das Schärfste. Eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel, Frieden und Stabilität in Nord-Ost-Asien, das sind die klaren politischen Ziele Chinas. Wir rufen Nordkorea dazu auf, das Versprechen der atomaren Abrüstung zu halten und alles zu vermeiden, was die Situation noch verschlimmern könnte."

Nordkorea führt angeblich Atomtest durch
tagesschau 20:00 Uhr, 06.01.2016, Sascha Storfner, ARD Peking

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China forderte Nordkorea auf, an den Verhandlungstisch der Sechs-Parteien-Gespräche zurückzukehren. Die wurden 2003 ins Leben gerufen - haben aber mehr als zwölf Jahre später nicht dazu geführt, dass sich die Situation irgendwie verbessert hätte - ganz im Gegenteil. Trotzdem: China will an dem Instrument festhalten: "Die Situation jetzt zeigt einmal mehr, dass es nötig, dringend und wichtig ist, die Sechs-Parteien-Gespräche fortzusetzen, um das Problem der atomaren Bewaffnung Nordkoreas zu lösen. Wir wünschen uns von allen Beteiligten gemeinsame Anstrengungen, um die Konflikte in der Region zu lösen", sagt Chunying weiter.

Bedrohung der eigenen Sicherheit

Für China ist der Test einer Wasserstoffbombe in der unmittelbaren Nachbarschaft eine direkte Bedrohung der eigenen Sicherheit. Welche Auswirkungen der Test für die nordkoreanisch-chinesische Grenzregion und die Menschen konkret hat - die Sprecherin im Pekinger Außenministerium blieb vorsichtig: "Derzeit können wir aufgrund der Messungen unseres Umweltschutzministeriums nur sagen, dass bislang keine erhöhte radioaktive Belastung festgestellt wurde. Für die chinesische Regierung ist die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität. Das Umweltschutzministerium wird auch weiter Messungen in der Grenzregion zu Nordkorea vornehmen, sie analysieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen", sagte Chunying.

Eine schwierige Gratwanderung

Der Frage, ob China über politische Konsequenzen nachdenke, wurde nicht beantwortet. China gilt als der letzte Verbündete Nordkoreas, die Beziehungen beider Länder gelten aber als zunehmend belastet. Chinas Präsident Xi Jinping hatte Nordkorea mehrfach vor weiteren Atomtests gewarnt. Umso brüskierender ist es für die chinesische Führung nun, von dem Atomtest nichts gewusst zu haben. Chinas Nordkorea-Politik befindet sich einmal mehr in einem Dilemma: für die Führung in Peking ist es eine schwierige Gratwanderung, wie viel Druck sie auf Nordkorea ausüben kann, ohne dabei Einfluss zu verlieren.

China verurteilt Nordkoreas Atomtest
Axel Dorloff, ARD Peking
07.01.2016 03:15 Uhr

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