Kinder tragen in China wegen der Luftverschmutzung einen Atemschutz | Bildquelle: AFP

Warnung für zehn Städte Höchster Smog-Alarm in China

Stand: 24.12.2015 14:01 Uhr

In Chinas Hauptstadt Peking ist erneut wegen starker Luftverschmutzung die höchste Alarmstufe ausgerufen worden. Auch im indischen Neu-Delhi macht Smog den Menschen zu schaffen. In Italien gibt es Fahrverbote wegen der Feinstaubbelastung.

In mindestens zehn chinesischen Städten ist wegen starken Smogs die höchste Alarmstufe ausgerufen worden. Das berichten staatliche Medien. Es ist bereits das vierte Mal in diesem Monat, dass weite Teile des Landes von extremer Luftverschmutzung betroffen sind.

Erstmals wurde Anfang Dezember auch in der Hauptstadt Peking die höchste Smog-Alarmstufe ausgerufen. Nach kurzzeitiger Entwarnung wurde die Alarmstufe kurze Zeit später erneut auf die höchste Stufe angehoben.

"Sehr schlechte" oder "schlimme" Werte in Indien

Starker Smog hat auch Indiens Hauptstadt Neu-Delhi eingehüllt und erreicht immer neue Rekordwerte. Laut lokalen Medien war Mittwoch der Tag mit der am stärksten verschmutzten Luft des Jahres. Die staatlichen Instrumente zeigten für alle Messstationen in der 17-Millionen-Metropole "sehr schlechte" oder "schlimme" Werte an.

Helikopter landet im Smog in Neu Delhi | Bildquelle: dpa
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Helikopter landet im Smog in Neu-Delhi

Die Regierung Neu-Delhis will am Freitag erstmals Maßnahmen zur Verbesserung der Luft verkünden. Der Index der Ministeriums für Geowissenschaften kletterte für den tückischen Feinstaub mit weniger als 2,5 Mikrometer Durchmesser (PM2,5) am Donnerstag an vielen Orten auf 400 bis 500 Punkte. Der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt bei 25 Punkten im Tagesdurchschnitt.

Die Feinpartikel setzen sich tief in der Lunge ab und können auch direkt ins Blut gehen und Krebs erregen. Neu-Delhi gehört zu den Städten mit der weltweit schlechtesten Luft. An vielen Tagen ist die Belastung schlimmer als in Peking. Zu den Verschmutzern gehören: Herdfeuer zum Kochen, Feuer zum Wärmen in der Nacht, offenes Müllverbrennen, Kohlekraftwerke und Ziegeleien am Stadtrand, Verbrennen von Stroh auf umliegenden Feldern, die täglich steigende Zahl an Autos und Motorrädern sowie alte Lastwagen, die oft dicke Rußwolken ausstoßen.

Fahrverbot in Mailand und Rom

Aber auch europäische Städte kämpfen derzeit mit Smog. In Mailand haben die Behörden für die kommende Woche ein Fahrverbot verhängt. Wie die Mailänder Stadtverwaltung mitteilte, dürfen von Montag bis Mittwoch von zehn bis 16 Uhr keine privaten Fahrzeuge auf den Straßen fahren. Das Verbot gilt auch für Motorräder und Roller.

Smog in Mailand | Bildquelle: AP
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Smog in Mailand: Neujahr am besten ohne Böller

Um den italienischen Autofahrern den Verzicht zu erleichtern, bietet die Stadt für die Tage ein günstiges Ticket für den Nahverkehr an. Damit können die Mailänder für 1,50 Euro den ganzen Tag die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Da es zuletzt nicht regnete, spitzte sich die Smoglage in Italiens Großstädten in den vergangenen Wochen dramatisch zu. Die Regierung der Lombardei, zu der Mailand gehört, rief bereits dazu auf, auf Feuerwerke zum Neujahrsfest zu verzichten.

Auch Rom reagiert mit einem Fahrverbot auf die hohe Smog-Belastung. Am kommenden Montag und Dienstag ist die Innenstadt Roms zwischen 10 und 16 Uhr für Kraftfahrzeuge gesperrt, teilte Stadtkommissar Francesco Tronca mit. Ausgenommen sind nur besonders schadstoffarme Fahrzeuge.

Auch in Rom wird der öffentliche Nahverkehr als Ausweich-Variante gefördert: Wie auch in Mailand kostet ein Tagesticket an den beiden Tagen nur 1,50 Euro.

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