Nigerias Präsident Buhari empängt die 82 freigelassenen Schülerinnen. Die Mädchen waren drei Jahre in den Händen der Terrorgruppe Boko Haram. | Bildquelle: AFP

Nigeria Präsident empfängt freigelassene Schülerinnen

Stand: 08.05.2017 04:53 Uhr

Die 82 Schülerinnen, die am Sonntag von der Terrormiliz Boko Haram freigelassen worden waren, sind sicher in der nigerianischen Hauptstadt Abuja eingetroffen. Dort wurden sie von Präsident Buhari empfangen, der Hilfe für die Mädchen versprach.

Nach der Freilassung von 82 durch die Terrormiliz Boko Haram entführten Schülerinnen in Nigeria hat Staatschef Muhammadu Buhari Hilfe für die Mädchen angekündigt. Die Präsidentschaft werde die Behörden "persönlich überwachen", die für dafür zuständig seien, für die "Gesundheit, Ausbildung, Sicherheit und das generelle Wohlbefinden" der Mädchen zu sorgen, erklärte Buhari.

Die Mädchen wurden am von Buhari in der Hauptstadt Abuja empfangen. "Ich kann nicht in wenigen Worten beschreiben, wir glücklich ich bin, unsere lieben Mädchen zurück in der Freiheit zu begrüßen", erklärte Buhari.

Rotes Kreuz half bei Vermittlung

Die Mädchen gehören zu einer Gruppe von mehr als 200 Schülerinnen, die 2014 in der Stadt Chibok entführt worden waren. Am Samstag waren sie in der Nähe der Stadt Banki an der Grenze zu Kamerun auf freien Fuß gesetzt worden. Im Gegenzug ließ die Regierung eine nicht bekannte Anzahl Boko-Haram-Verdächtiger frei. Die Verhandlungen waren von der Schweizer Regierung und dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes vermittelt worden, wie die Regierung Nigerias erklärte. Das Rote Kreuz erklärte, die Mädchen würden bald mit ihren Familien zusammenkommen.

ICRC Africa @ICRC_Africa
Acting as a neutral intermediary, we @ICRC transported 82 #ChibokGirls to the government of #Nigeria. https://t.co/FTiAnjXejq

Die Terrormiliz hatte im April 2014 mehr als 276 christliche Mädchen aus der Stadt Chibok verschleppt. Viele von ihnen wurden gezwungen, Kämpfer der Terrormiliz zu heiraten. Beobachter gehen zudem davon aus, dass Boko Haram einige von ihnen zu Selbstmordanschlägen zwang.

Die Organisation "BringBackOurGirls" setzt sich seit drei Jahren für die Freilassung der Schülerinnen ein und äußerte sich erleichtert. "Das sind sehr, sehr spannende Nachrichten für uns, dass mehr als 80 unserer Mädchen nach Hause kommen", sagte Bukky Shonibare von der Kampagne dem Fernsehsender Sky. Viele Prominente, darunter die damalige US-First-Lady Michelle Obama, unterstützten die Kampagne.

Immer noch 113 Mädchen in Geiselhaft

Allerdings sind nach Angaben von Experten immer noch 113 Mädchen in der Gewalt der Terrormiliz. "BringBackOurGirls" zeigte sich erfreut, dass sich die Regierung auch für die Freilassung der 113 verbliebenden Chibok-Mädchen einsetzen wolle. Auch weitere Entführte sollten freikommen. Einen Erfolg konnte die nigerianische Regierung bereits im Oktober vergangenen Jahres vermelden: Damals waren 21 der entführten Mädchen freigelassen worden. Nach Regierungsangaben wurde für die 21 Verschleppten kein Lösegeld an die Terrormiliz bezahlt.

Chibok-Frauen offenbar gegen Boko Haram-Kämpfer ausgetauscht
J. Borchers, ARD Rabat
07.05.2017 11:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Mai 2017 um 04:58 Uhr.

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