Schwere Überschwemmungen in der südindischen Millionenmetropole Chennai.  | Bildquelle: AP

Schwere Überschwemmungen in Südindien Millionenstadt Chennai unter Wasser

Stand: 02.12.2015 15:20 Uhr

Nach den stärksten Regenfällen seit Jahrzehnten stehen weite Teile von Südindien unter Wasser. In der Wirtschaftsmetropole Chennai herrschen chaotische Zustände. Indiens Regierungschef Modi machte den Klimawandel für die Unwetter verantwortlich.

Sintflutartige Niederschläge haben im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu die seit vier Wochen andauernden Überschwemmungen weiter verschärft. "Einige städtische Gegenden sind komplett überflutet", sagte ein Mitarbeiter des Nationalen Katastrophenschutzes. Flüsse und Seen seien bereits vollgelaufen und könnten daher kein weiteres Wasser aufnehmen.

Bisher kamen 186 Menschen ums Leben. Auch Indiens viertgrößte Stadt Chennai und ihre mehr als sechs Millionen Einwohner wurden bereits das zweite Mal in diesem Monat von ungewöhnlich starken Regenfällen heimgesucht. Meteorologen erwarten, dass sich die Regenfälle in den kommenden Tagen fortsetzen.

Aufnahmen aus Chennai von Facebook-Userin Kavitha Dhakshinamoorthy
02.12.2015, Facebook-Video

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Die indische Regierung hat Militär- und Polizeikräfte zur Hilfe in die Überschwemmungsgebiete im Süden des Landes geschickt. Mindestens 10.000 Polizisten, Soldaten und auch ausgebildete Schwimmer sollen die Rettungsmaßnahmen unterstützen.

Flughafen geschlossen, Stromversorgung unterbrochen

Rettungskräfte haben große Mühe, zu den Bewohnern vorzustoßen. Wegen der Wassermassen wurde der internationale Flughafen von Chennai geschlossen. Auch die Stromversorgung ist zum Teil unterbrochen. In manchen Straßen steht das Wasser drei Meter hoch. Bewohner mussten Zuflucht bei ihren Nachbarn suchen.

Schwere Überschwemmungen in der südindischen Millionenmetropole Chennai. | Bildquelle: REUTERS
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In der Wirtschaftsmetropole Chennai in Südindien leben mehr als sechs Millionen Menschen.

Die Überschwemmungen legten zudem zahlreiche Fabriken lahm und sorgten für chaotische Zustände. In Chennai ansässige Autokonzerne wie Daimler, Ford und Nissan forderten ihre Angestellten auf, zuhause zu bleiben. Auch viele der in der Millionenstadt angesiedelten IT-Firmen, bei denen Unternehmen wie BMW Aufgaben ausgelagert haben, mussten vorübergehend schließen.

Modi: Klimawandel für Unwetter verantwortlich

Screenshot einer Debatte über das Hochwasser im indischen Fernsehsender NDTV. | Bildquelle: Screenshot NDTV
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Über die Ursachen für die Überschwemmungen wird in indischen Medien kontrovers diskutiert.

Das heftige Hochwasser hat in Indien eine kontroverse Debatte über die Ursachen ausgelöst. Premierminister Narendra Modi machte den Klimawandel für die Unwetter verantwortlich. Er unterstrich damit die Dringlichkeit der Pariser Klimaverhandlungen.

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