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Studien zu G-Protein-gekoppelten Rezeptoren
Chemie-Nobelpreis geht an zwei US-Forscher
Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die US-Forscher Robert Lefkowitz und Brian Kobilka. Das gab die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt. Lefkowitz und Kobilka wurden für ihre Studien zu G-Protein-gekoppelten Rezeptoren geehrt.
Dabei handelt es sich um Rezeptoren in der Zellmembran, die Signale aus der Umwelt - wie Licht, Geruch oder Geschmack - in das Zellinnere weiterleiten. Die Studien von Lefkowitz und Kabilka seien entscheidend für das Verständnis der Funktionsweise der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, so die Juroren in ihrer Begründung. Diese Rezeptoren erlauben es den Zellen, sich "an neue Situationen anzupassen".
Die Rezeptoren seien die Andockstelle für etwa die Hälfte aller Medikamente, betonte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm. Lefkowitz forscht am Howard Hughes Medical Institute und an der Duke University in Durham. Koblika ist Professor an der Universität Stanford in Kalifornien.
Nobelpreis für Chemie geht an zwei Zellforscher aus den USA
tagesschau 14:00 Uhr, 10.10.2012, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm
Zum Hintergrund der Auszeichnung erklärte das Nobelkomitee, lange Zeit sei unklar gewesen, wie Zellen ihre Umwelt wahrnehmen könnten. Wissenschaftler wussten, dass Hormone wie Adrenalin starke Auswirkungen auf den Körper haben: Sie erhöhen den Blutdruck und lassen das Herz schneller schlagen. Vermutet wurde, dass die Zelloberfläche mit einer Art Empfänger für Hormone ausgestattet ist. Woraus diese Rezeptoren allerdings bestehen und wie sie arbeiten, blieb über weite Teile des 20. Jahrhunderts unklar.
Mit Radioaktivität die Rezeptoren aufgepürt
Das Nobelpreiskomitee erklärte nun, Lefkowitz habe 1968 Radioaktivität eingesetzt, um die Zellrezeptoren aufzuspüren. Er entdeckte tatsächlich mehrere Rezeptoren, darunter den für Adrenalin, den ß-Adrenozeptor. Gemeinsam mit seinem Team konnte Lefkowitz den Rezeptor extrahieren und gelangte zu einem grundlegenden Verständnis seiner Funktionsweise. Der nächste wichtige Schritt erfolgte nach Angaben des Nobelkomitees in den 80er-Jahren. Der neu zum Team gestoßene Koblika isolierte das Gen des ß-Adrenozeptors. Bei der Analyse entdeckten die Forscher, dass der Rezeptor dem ähnelt, der im Auge Licht empfängt. Sie kamen zu dem Schluss, dass es eine ganze Familie von Rezeptoren gibt, die gleich aussehen und arbeiten. Diese Familie wird heute als G-Protein-gekoppelte Rezeptoren bezeichnet.
Im vergangenen Jahr war der israelische Forscher Daniel Shechtman für seine Entdeckung der Quasikristalle geehrt worden.
Stand: 10.10.2012 13:47 Uhr
