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27.05.2012

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Ausland
Daniel Shechtman, Preisträger des Nobelpreises für Chemie 2011
Chemie-Nobelpreis für Quasikristall-Erforscher
Bekanntgabe in Stockholm

Chemie-Nobelpreis für Quasikristall-Erforscher

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den israelischen Wissenschaftler Daniel Shechtman. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm ehrt ihn mit der Auszeichnung für seine Entdeckung der Quasikristalle. In diesen Strukturen sind die Atome in Mustern angeordnet, die sich niemals wiederholen.

Eine solche Anordnung war vor ihrer Entdeckung 1982 für unmöglich gehalten worden. Shechtman habe sich mit seiner bahnbrechenden Entdeckung gegen den erbitterten Widerstand der bisherigen Auffassung der wissenschaftlichen Gemeinschaft durchsetzen müssen, hieß es in der Begründung des Nobelkomitees.

Der 1941 in Tel Aviv geborene Shechtman ist Professor am Technion, dem Technologie-Institut in Haifa.

Auszeichnung überfällig

Der Preis ist nach Ansicht von Experten wohlverdient. "Das war ein Preis, der eigentlich schon vor einiger Zeit fällig gewesen wäre", sagte Gerhard Ertl, Chemie-Nobelpreisträger von 2007, der Deutschen Presse Agentur. "Es ist wirklich eine ganz neue Art von Struktur und Materie." Die fünfstellige Symmetrie der Quasi-Kristalle widerspreche dem üblichen Ordnungsprinzip, erklärte Ertl weiter.

"Im Grunde genommen sind es eigentlich Kunstgebilde. Sie können durch besondere Präparationsmethoden von Legierungen erzeugt werden", betonte der Chemiker. Im Vordergrund stehe die Grundlagenforschung. Es werde versucht, neue Stoffe zu schaffen, die besonders fest sind oder gut leiten.

Die anderen Preisträger

Die Königliche Akademie der Wissenschaften in Stockholm hat mit der heutigen Bekanntgabe über den dritten von insgesamt fünf Nobelpreisen in dieser Woche entschieden. Den Auftakt bildete am Montag die Auszeichnung für Medizin an drei Forscher aus den USA, Kanada und Frankreich für ihre Arbeiten zum menschlichen Immunsystem.

Am Dienstag bekamen die US-Amerikaner Saul Perlmutter und Adam G. Riess sowie an den US-Australier Brian P. Schmidt den Nobelpreis für Physik. Die drei Astronomen werden für die Entdeckung der beschleunigten Ausdehnung des Universums durch Beobachtung entfernter Supernovä geehrt. Das teilte die Nobelversammlung des Karolinska-Instituts in Stockholm mit.

Friedensnobelpreis am Freitag

Der Träger des Literaturnobelpreises wird am Donnerstag bekannt gegeben. Freitag nennt das norwegische Nobelkomitee in Oslo den Träger des Friedensnobelpreises. Die Preise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Sie werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel (1833-1896).

Chemie-Nobelpreise:

Am häufigsten erhielten bislang US-Forscher Chemie-Nobelpreise. Die erste Auszeichnung ging 1901 an dem Niederländer Jacobus van't Hoff für die Entdeckung von Gesetzen der Osmose. Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre im Überblick:

2010: US-Amerikaner Richard Heck und die Japaner Ei-ichi Negishi and Akira Suzuki für die Entwicklung effizienterer Wege bei der Verbindung von Kohlenstoffatomen zu komplexen Molekülen.
2009:
Venkatraman Ramakrishnan (Großbritannien), Thomas Steitz (USA) und Ada Jonath (Israel) für die Erforschung der Eiweißfabriken in biologischen Zellen, der Ribosomen.
2008: Die Amerikaner Osamu Shimomura, Martin Chalfie und Roger Tsien, weil sie ein grünlich leuchtendes Protein einer Qualle zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Biologie gemacht haben. Damit lassen sich viele Vorgänge im Körper verfolgen.
2007: Gerhard Ertl (Deutschland) vom Fritz-Haber-Institut in Berlin für die exakte Untersuchung chemischer Reaktionen, wie sie etwa im Autokatalysator oder bei der Herstellung von Dünger ablaufen.
2006: Roger D. Kornberg (USA) für Erkenntnisse darüber, wie die Zelle aus dem Bauplan in den Genen fertige Proteine herstellt.
2005: Yves Chauvin (Frankreich), Robert H. Grubbs (USA) und Richard R. Schrock (USA) für die Entwicklung neuer Reaktionswege in der organischen Chemie, unter anderem zur Produktion von Plastik und Arzneien.
2004: Aaron Ciechanover und Avram Hershko (beide Israel) sowie Irwin Rose (USA) für die Entdeckung eines lebenswichtigen Prozesses zum Abbau von Proteinen im Körper.
2003: Peter Agre und Roderick MacKinnon (beide USA) für die Erforschung von Ionen- und Wasserkanälen der Körperzellen.
2002: John B. Fenn (USA), Koichi Tanaka (Japan) und Kurt Wüthrich (Schweiz) für ihre Methoden zum Vermessen von biologischen Molekülen.
2001: William S. Knowles, Barry Sharpless (beide USA) und Ryoji Noyori (Japan) für die Beschreibung neuer Katalysatoren.
2000: Alan Heeger, Alan MacDiarmid (beide USA) und Hideki Shirakawa (Japan) für Entdeckung und Entwicklung elektrisch leitender Kunststoffe.
 
Stand: 05.10.2011 13:29 Uhr
 

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