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Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den israelischen Wissenschaftler Daniel Shechtman. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm ehrt ihn mit der Auszeichnung für seine Entdeckung der Quasikristalle. In diesen Strukturen sind die Atome in Mustern angeordnet, die sich niemals wiederholen.
Eine solche Anordnung war vor ihrer Entdeckung 1982 für unmöglich gehalten worden. Shechtman habe sich mit seiner bahnbrechenden Entdeckung gegen den erbitterten Widerstand der bisherigen Auffassung der wissenschaftlichen Gemeinschaft durchsetzen müssen, hieß es in der Begründung des Nobelkomitees.
Der 1941 in Tel Aviv geborene Shechtman ist Professor am Technion, dem Technologie-Institut in Haifa.
Der Preis ist nach Ansicht von Experten wohlverdient. "Das war ein Preis, der eigentlich schon vor einiger Zeit fällig gewesen wäre", sagte Gerhard Ertl, Chemie-Nobelpreisträger von 2007, der Deutschen Presse Agentur. "Es ist wirklich eine ganz neue Art von Struktur und Materie." Die fünfstellige Symmetrie der Quasi-Kristalle widerspreche dem üblichen Ordnungsprinzip, erklärte Ertl weiter.
"Im Grunde genommen sind es eigentlich Kunstgebilde. Sie können durch besondere Präparationsmethoden von Legierungen erzeugt werden", betonte der Chemiker. Im Vordergrund stehe die Grundlagenforschung. Es werde versucht, neue Stoffe zu schaffen, die besonders fest sind oder gut leiten.
Die Königliche Akademie der Wissenschaften in Stockholm hat mit der heutigen Bekanntgabe über den dritten von insgesamt fünf Nobelpreisen in dieser Woche entschieden. Den Auftakt bildete am Montag die Auszeichnung für Medizin an drei Forscher aus den USA, Kanada und Frankreich für ihre Arbeiten zum menschlichen Immunsystem.
Am Dienstag bekamen die US-Amerikaner Saul Perlmutter und Adam G. Riess sowie an den US-Australier Brian P. Schmidt den Nobelpreis für Physik. Die drei Astronomen werden für die Entdeckung der beschleunigten Ausdehnung des Universums durch Beobachtung entfernter Supernovä geehrt. Das teilte die Nobelversammlung des Karolinska-Instituts in Stockholm mit.
Der Träger des Literaturnobelpreises wird am Donnerstag bekannt gegeben. Freitag nennt das norwegische Nobelkomitee in Oslo den Träger des Friedensnobelpreises. Die Preise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Sie werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel (1833-1896).
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