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Venzuelas Präsident erkrankt

Rätselraten und Gerüchte um kranken Chávez

Venezuelas Regierung macht derzeit ein großes Geheimnis um den Gesundheitszustand von Präsident Chávez. Er liegt abgeschirmt im Krankenhaus. Vor der geplanten Vereidigung für eine weitere Amtszeit fordert die Opposition Klarheit. Viele Venezolaner hoffen auf seine Rückkehr.

Von Johannes Metzler, ARD-Hörfunkstudio Mexiko-Stadt

Im venezolanischen Fernsehen laufen in diesen Tagen immer wieder offizielle Regierungsbotschaften. Nach dem Vorspann folgt Vizepräsident Nicolás Maduro, der mit ernstem Gesicht in die Kamera spricht.

Der Gesundheitszustand von Hugo Chávez ist längst eine Staatsaffäre. Streng abgeschirmt liegt der Präsident in einem Krankenhaus von Havanna. Es gibt keine Fotos, keine Fernsehbilder, nichts. Dafür umso mehr Gerüchte. Er liege schon im Koma, berichten Zeitungen, nur am Leben erhalten von Maschinen.

Rätselraten und Gerüchte um Venezuelas kranken Präsidenten Chávez
nachtmagazin 00:50 Uhr, 04.01.2013, Peter Sonnenberg, ARD Mexiko City

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"Wir sollten uns vor Gerüchten schützen"

Vizepräsident Maduro schüttelt bei solchen Meldungen den Kopf. "Wir sollten so stark sein wie Chávez selbst und uns vor Gerüchten und Lügen schützen. Sie auslöschen, einfach auslöschen", sagt er. "Die politische Rechte sollte mal nachdenken, wenn sie überhaupt noch Gehirn hat, um nachzudenken, oder im Herzen etwas Gefühl. Respektieren Sie das Volk und die Familie von Kommandant Chávez.

Dabei ist es die Regierung, die durch ihre Geheimnistuerei die Gerüchte anheizt. Kurz nach der vierten Krebsoperation hatte Maduro verkündet, die Lage sei kritisch. Ein paar Tage später Entwarnung: Chávez laufe schon durchs Krankenhaus und gebe Anweisungen. Zum Jahresende flog Maduro dann überstürzt nach Havanna, es habe Komplikationen gegeben. Schnell wurde die Nachricht nachgeschoben: Der Präsident habe einen ruhigen Jahreswechsel im Kreise der Familie verbracht.

Venezuelas Vizepräsident Nicolás Maduro
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Vizepräsident Maduro spricht in regelmäßigen Fernsehbotschaften über den Gesundheitszustand von Chávez.

Wandmalerei in Caracas mit Bild von Hugo Chavez
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Von Hugo Chávez gibt es keine aktuellen Fotos - das heizt die Gerüchte weiter an.

Opposition fordert klare Informationen

Ramon Guillermo Aveledo, Chef des Oppositionsbündnisses MUD, verlangt endlich Klarheit. Es ist nicht mal bekannt, unter welcher Art von Krebs der Präsident leidet. "Sie sollten anfangen, genau zu sagen, was die aktuelle Situation ist", fordert der Oppositionspolitiker. "Die Informationen sind immer noch unzureichend."

Politisch brisant ist all das, weil Chávez gerade erst wiedergewählt wurde. Nach der Verfassung muss er am 10. Januar den Amtseid leisten, sonst stehen unverzüglich Neuwahlen an. Um die zu vermeiden und der Regierungspartei die Macht zu sichern, wird jetzt wild spekuliert. Chávez, mutmaßen manche, könnte notfalls am Krankenbett in Havanna vereidigt werden. Und bald darauf die Geschäfte an einen Nachfolger übergeben.

Viele Venezolaner hoffen auf Chavez' Rückkehr

Altar mit Bildern von Hugo Chavez
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Viele Venezolaner beten für die Genesung von Präsident Chávez.

Viele Venezolaner beten für ihn und hoffen, dass er zurückkommt. Vor allem bei den Armen ist er wegen seiner Sozialprogramme beliebt. Eine Frau in der Hauptstadt Caracas hat Tränen in den Augen. "Ich will, dass er gesund wird und bald zurückkommt in sein Land. Damit er seine Mission zu Ende führen kann", sagt sie. "Er verdient es weiterzuleben."

Aber dass der Comandante wirklich bald weiterregieren kann - danach sieht es im Moment nicht aus. Eins ist sicher: Der charismatische Hugo Chávez hat Venezuela dreizehn Jahre lang regiert. Wenn er abtritt, stehen dem Land unruhige Zeiten bevor.

Stand: 03.01.2013 21:47 Uhr

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