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Präsidentschaftswahlkampf in den USA
Flammender Appell, begeisterte Demokraten
Nach einem flammenden Plädoyer von Ex-US-Präsident Clinton haben die Demokraten Präsident Obama offiziell ins Rennen um die Wiederwahl geschickt. Clinton verteidigte die Politik Obamas und erntete damit den tosenden Applaus der Tausenden Teilnehmer des Parteitags in Charlotte.
Von Rüdiger Paulert, WDR-Hörfunkstudio Washington
Der Jubel wollte kaum enden am zweiten Tages des demokratischen Parteitages in Charlotte, als Präsident Obama sozusagen als Überraschungsgast nach der Nominierungsrede durch Bill Clinton kurz auf der Bühne in der Time Warner Halle erschien und den Ex-Präsidenten herzlich umarmte. Als Zeichen der Freundschaft, aber auch als Zeichen der Dankbarkeit für eine starke Rede.
Er wolle, dass Barack Obama auch der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werde und schlage ihn somit "stolz zum Träger der Standarte der Demokratischen Partei vor", hatte Clinton zuvor gesagt. Zudem warf Clinton sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale, um Obamas wirtschaftliche Erfolge zu würdigen und ihn gegen die Kritik der Republikaner zu verteidigen: "Ich nominiere einen Mann, der das Abrutschen in die Depression verhindert und uns auf den Pfad der Erholung zurückgeführt hat.“
Obama als Kandidat der Demokraten nominiert
tagesschau 17:00 Uhr, 06.09.2012, Tina Hassel, ARD Washington, zzt. Charlotte
Noch immer ist Clinton in seiner Partei äußerst populär und auch noch weit darüber hinaus. Er nutzte diese Popularität und pflückte das Programm der Republikaner auseinander. Obama habe das Land in einer sehr schweren Phase übernommen, so Bill Clinton:"Hören Sie mir zu: Kein Präsident, weder ich noch einer meiner Vorgänger, hätten den Schaden, den Obama vorfand, in nur vier Jahren beseitigen können."
Die Lage sei nun schon viel besser, warb Clinton um Geduld und präsentierte Obama als Mann des Kompromisses: "Einer der Hauptgründe für die Wiederwahl Obamas ist, dass er immer zur konstruktiver Zusammenarbeit bereit ist. Er hat Republikaner zum Verteidigungs- und Verkehrsminister ernannt. Er hat sogar Hillary zur Außenministerin gemacht." Wer eine Gesellschaft wolle, in der alle zusammenstehen, der müsse Obama wählen, lautete die Empfehlung von Clinton.
Demokraten stehen zu Obama
Von seinem Parteitag wird Obama schon jetzt von einer Woge der Sympathie getragen. Im Gegensatz zu seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney, der seine Partei nur mit Mühe hinter sich scharen konnte, stehen die Demokraten zu ihrem Präsidenten. In jedem Redebeitrag auf diesem äußerst bunten Parteitag wurde dies deutlich.
Ob Männer oder Frauen sprechen, ob Hispanics, Schwarze oder Weiße, ob Schwule oder Heteros, sie alle stehen zu ihrem Präsidenten und bemühen sich gemeinsam, die demokratischen Anhänger in den ganzen Vereinigten Staaten zu motivieren, am 6. November wählen zu gehen.
Plädoyer für Obamas Wirtschaftspolitik - die Rede von Bill Clinton
R. Paulert, WDR Washington
06.09.2012 10:35 Uhr
Schwere Gewitter drohen
Mit dem Schwung der Clinton-Rede mündet der Wahlparteitag der Demokraten nun in die Zielgerade. Zum Abschluss heute Abend wird Präsident Obama seine Rede halten und die Nominierung durch die demokratische Partei annehmen.
Als Ort dafür hatten sich die Demokraten das Football-Stadion von Charlotte ausgesucht. Hier hätte Obama vor 75.000 Zuschauern sprechen sollen. Doch gestern wurde die Rede kurzfristig in die Parteitagshalle mit nur rund 15.000 Zuschauern verlegt, da schwere Gewitter drohten, und man die Fans, die Sicherheitskräfte und die Delegierten nicht gefährden wolle, so die Demokraten.
Die Republikaner verbreiteten gleich eine andere Lesart und behaupteten, dass die Absage erfolgt wäre, weil das Stadion nicht voll geworden wäre, so der ehemalige Gouverneur von New Hampsire, John Sununu. Doch die die Erfahrungen der letzten Tage mit dem Wetter in Charlotte lassen die Sorgen der Demokraten nicht unbegründet erscheinen. Deshalb ist der Streit um den Ort für die Rede letztlich nichts mehr als einen neues Beispiel dafür, wie erbittert der Wahlkampf in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten geführt wird.
Stand: 06.09.2012 08:29 Uhr
