Demonstranten sitzen auf einer Straße in Charlotte, North Carolina.  | Bildquelle: AP

Gewalt in Charlotte Ausnahmezustand nach Protesten

Stand: 22.09.2016 19:59 Uhr

Nach gewalttätigen Protesten ist in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina der Ausnahmezustand verhängt worden. Auslöser für die Unruhen war der Tod eines Schwarzen, der von der Polizei erschossen worden war.

Über die US-Stadt Charlotte ist nach erneuten gewalttätigen Ausschreitungen der Ausnahmezustand verhängt worden. Auslöser waren eskalierende Proteste gegen die Gewalt von Polizisten. Die Bürgermeisterin und der Polizeichef der größten Stadt North Carolinas sagten, es habe keine andere Möglichkeit gegeben, die Stadt - und auch die Polizisten - zu schützen.

Proteste gegen den Tod eines Afroamerikaners

Erneut gingen in Charlotte Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen den Tod des Afroamerikaners Keith Lament Scott. Er war von einem - ebenfalls schwarzen - Polizisten am Dienstag erschossen worden. Die Demonstrationen hätten zunächst sehr friedlich begonnen, sagte Polizeichef Kerr Putney. Dann sei die Lage eskaliert: Es kam zu Sachbeschädigungen und Plünderungen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Nach Polizeiangaben wurden 44 Menschen festgenommen. Fünf Polizisten und insgesamt neun Demonstranten wurden verletzt.

Demonstrant angeschossen

Unter den Verletzten ist ein Mann, der angeschossen wurde. Zunächst hatte es geheißen, er sei gestorben. Der Mann war laut Polizeiangaben in kritischem Zustand. Man gehe davon aus, dass er von einem anderen Zivilisten angeschossen wurde, habe aber eine genaue Untersuchung eingeleitet, sagte Putney.

Randalierer schlugen Fensterscheiben von Gebäuden und Fahrzeugen ein, schrieben den Namen der Schwarzenbewegung "Black Lives Matter" an Wände und griffen auch Reporter an, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Nahverkehrszüge fielen aus.

Nationalgarde nach Ausnahmezustand im Einsatz

Gouverneur Pat McCrory sagte dem Sender CNN, die wegen des Ausnahmezustands einberufene Nationalgarde solle Gebäude und Güter schützen. Die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten.

Ausnahmezustand in US-Stadt Charlotte
tagesschau 20:00 Uhr, 22.09.2016, Ina Ruck, ARD Washington

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Polizeieinsatz mit tödlichen Folgen

Polizeichef Putney hatte am Mittwoch berichtet, Polizisten hätten am Dienstag bei einer Fahndung auf einem Parkplatz einen Bewaffneten in einem Auto angetroffen. Nach mehrfacher Aufforderung sei dieser ausgestiegen, habe mit der Waffe die Polizisten bedroht und sei erschossen worden. Zuvor stellte die Schwester des Erschossenen den Hergang in einem Video anders dar. Ihr Bruder sei unbewaffnet gewesen. Er habe im Auto ein Buch gelesen und auf seine Kinder gewartet, als die Polizei ihn tötete.

Videoaufnahmen sollen Klarheit bringen

Die Polizei sagte, sie untersuche Videoaufnahmen des Vorfalls genau. Deren mögliche Veröffentlichung ließ sie aber offen. Erst am Montag war ein Video veröffentlicht worden, das zeigte, wie eine weiße Polizistin in Oklahoma einen unbewaffneten Afroamerikaner erschoss.

Gouverneur ruft Notstand aus
R. Büllmann, ARD Washington
22.09.2016 08:07 Uhr

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