Porträt der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" Im Clinch mit religiösen Eiferern

Stand: 07.01.2015 15:06 Uhr

Das französische Satireblatt "Charlie Hebdo" sorgt seit Jahren immer wieder für Kontroversen. Es nimmt regelmäßig mit derben Karikaturen radikale Ausprägungen der Religion aufs Korn. Das Wochenblatt ist am ehesten mit den deutschen Satiremagazinen "Titanic" und "Eulenspiegel" vergleichbar. Der Name erinnert an die Comicfigur Charlie Brown von den Peanuts.

Die Redaktion mit rund 20 Mitarbeitern veröffentlichte bereits 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. 2011 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris. Zuvor hatte "Charlie Hebdo" zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" herausgebracht.

"Charlie Hebdo" war bereits 2011 Ziel eines Anschlags
tagesschau 14:00 Uhr, 07.01.2015, Julie Kurz, NDR

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Im September 2012 sorgte "Charlie Hebdo" mit Mohammed-Karikaturen erneut für Aufsehen. Nach der Veröffentlichung mussten französische Einrichtungen in einigen Ländern aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden. Am 2. Januar 2013 veröffentlichte "Charlie Hebdo" eine Comic-Biographie von Mohammed ("La Vie De Mahomet"). Die Internet-Seite der Zeitung war tagelang von Hackern gestört. 

Die 1970 gegründete Satirezeitung ging aus dem verbotenen Vorgängerblatt "Hara-Kiri" hervor. Autoren und Zeichner von "Charlie Hebdo" scheren sich nicht um Begriffe wie politische Korrektheit. Zu den Attackierten zählen Mächtige aus Politik und Wirtschaft genauso wie Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

Das zwischen Ende 1981 und 1992 wegen Geldmangels vorübergehend eingestellte Blatt muss sich regelmäßig vor Gericht verantworten. So gab es Klagen nach einer bitterbösen Papst-Sonderausgabe. "Charlie Hebdo" erscheint mit einer Auflage von in der Regel 75.000 Exemplaren.

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