Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris | Bildquelle: Reuters

Angriff auf "Charlie Hebdo" Al Kaida bekennt sich zu Anschlag

Stand: 14.01.2015 12:53 Uhr

Der jemenitische Ableger des Terrornetzwerks Al Kaida hat sich zu dem Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" bekannt. "Es wurden Helden rekrutiert, und sie haben gehandelt", erklärte einer der Anführer von Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap), Nasr al Ansi, in einem im Internet erschienenen Video. Die Ermordung der Redaktion sei Vergeltung für die Beleidigung des Propheten Mohammed in Karikaturen des Blattes.

"Die gesegnete Schlacht um Paris betreffend, erklären wir, die Organisation Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel, dass wir die Verantwortung für diese Operation aus Vergeltung für den göttlichen Botschafter übernehmen", sagt Ansi in dem elfminütigen Video.

Warnung vor neuem Terror

Er warnte vor weiteren "Tragödien und Terror". Aqap wählte nach seinen Worten "das Ziel, legte den Plan vor und finanzierte die Operation". Vergangene Woche war bei YouTube eine Audiobotschaft veröffentlicht worden, die ebenfalls von Aqap stammen soll. Ein Sprecher namens Scheich Hareth Al Nadhari bezeichnete die Attentäter als Gruppe von "treuen Soldaten Gottes". Sie hätten die Franzosen die Grenzen der Meinungsfreiheit gelehrt. Die Verantwortung für den Anschlag wurde in der Botschaft allerdings nicht übernommen.

Die Terrorgruppe ist einer der aktivsten Ableger des weltweit agierenden Al-Kaida-Netzwerks. Die sunnitischen Extremisten nutzen den instabilen Jemen unter anderem als Rückzugsort und Rekrutierungsbecken. Im Jemen verüben sie immer wieder Anschläge.

Zwölf Tote bei Anschlag auf Redaktion

Zwei Attentäter hatten vor einer Woche einen Anschlag auf die Zeitungsredaktion in Paris verübt, bei dem insgesamt zwölf Menschen getötet wurden. Bereits kurz nach dem Anschlag wurde bekannt, dass die beiden Männer, die Brüder Chérif und Said Kouachi, Verbindungen zu Aqap gehabt haben sollen. Außerdem standen sie womöglich auch in Kontakt zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Den französischen Sicherheitsbehörden waren die Brüder bereits länger bekannt. Ihre Namen standen offenbar auch auf einer US-Terrorliste sowie auf einer sogenannten No-Fly-Liste, was ihnen Flüge in die USA verwehrte.

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Januar 2015 um 11:15 Uhr.

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