Irans mächstigster Mann meldet sich zu Wort Chamenei kritisiert Rohani

Stand: 05.10.2013 13:40 Uhr

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hat Präsident Hassan Rohani für dessen Annäherung an die USA kritisiert: "Einiges von dem, was in New York passiert ist, war nicht angemessen", sagte Chamenei auf seiner Internetseite. Ins Detail ging er nicht. Grundsätzlich sprach er diplomatischen Initiativen der Regierung aber sein Vertrauen aus.

Porträt des religiösen iranischen Führers Chamenei (Bildquelle: AFP)
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Irans Mächtigster meldet sich zu Wort: Ajatollah Ali Chamenei

Rohani hatte vor der UN-Vollversammlung die zivile Ausrichtung des iranischen Atomprogramms betont und erklärt, sein Land strebe eine "konstruktive" Zusammenarbeit mit anderen Staaten an. Außerdem bemühte er sich um eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA und zum Westen. Das Telefonat Rohanis mit US-Präsident Barack Obama war das erste direkte Gespräch von Staatschefs beider Länder seit 1979.

USA "hochmütig und uneinsichtig"

Chamenei bleibt den USA gegenüber aber "pessimistisch" und schenkt dem Land kein Vertrauen: Die US-Regierung sei "hochmütig und uneinsichtig und sie bricht ihre Versprechen". Er kritisierte auch die enge Zusammenarbeit zwischen den USA und Israel: "Wir hören immer wieder abscheuliche Drohungen der Feinde der iranischen Nation." Sollten diese in die Tat umgesetzt werden, werde sein Land "ernst und hart" darauf antworten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte vor der UN gesagt, sein Land sei bereit, eine atomare Bewaffnung des Iran notfalls im Alleingang zu verhindern.

Es war das erste Mal, dass Chamenei sich zu den jüngsten diplomatischen Bemühungen Rohanis äußerte. Im Iran gilt das geistliche Oberhaupt als mächtigster Mensch im Staat. Er bestimmt die politischen Leitlinien und überwacht auch deren Umsetzung. Das umstrittene Atomprogramm untersteht seiner direkten Kontrolle.

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