Ein afrikanischer Migrant hat sich am Grenzzaun in Ceuta verletzt. | Bildquelle: REUTERS

Flucht nach Europa Verletzte beim Sturm auf spanisches Ceuta

Stand: 01.08.2017 16:55 Uhr

Beim Versuch, von Marokko aus den Grenzzaun an der spanischen Exklave Ceuta zu überwinden, sind erneut Dutzende afrikanische Migranten verletzt worden. Etwa 200 Menschen beteiligten sich an der Erstürmung. Einigen gelang die Flucht in die EU.

Immer wieder versuchen afrikanische Migranten von Marokko aus über den Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta in die Europäische Union zu gelangen. Erneut sind nun mindestens 14 Menschen dabei verletzt worden. Nach Angaben der örtlichen Polizei hatten sich 200 Flüchtlinge an dem Versuch beteiligt. Etwa 70 hätten es geschafft, in die Exklave und damit in die EU zu gelangen. Zahlreiche Menschen seien mit Schnittwunden und Knochenbrüchen in Krankenhäuser eingeliefert worden, twitterte das Spanische Rote Kreuz.

Die Migranten hätten mit Drahtschneidern einen Durchgang durch den mit Stacheldraht gesicherten Zaun geschnitten, berichtet ein Sprecher der Enklavenverwaltung. Tausende weitere Menschen campierten unter schwierigen Bedingungen in den umliegenden Wäldern.

Flüchtlinge jubeln, nachdem sie den Grenzzaun überwunden haben. | Bildquelle: REUTERS
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Flüchtlinge jubeln, nachdem sie den Grenzzaun überwunden haben.

Tor zur EU

Seit Monaten versuchen afrikanische Migranten immer wieder, entweder vom Meer aus oder über den Zaun in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu gelangen. Wenn sie dies geschafft haben, werden die Flüchtlinge entweder in ihre Heimatländer abgeschoben oder auf das spanische Festland gebracht. Von dort aus versuchen viele Migranten, andere EU-Staaten zu erreichen.

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums gelangten im ersten Halbjahr 3200 Migranten in die beiden Enklaven, doppelt so viele wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Hinweis: In einer ersten Version dieses Textes war von "etwa 70 Verletzten" die Rede. Es handelte sich jedoch um rund 70 Personen, denen es gelang, den Zaun zu überwinden. Verletzt wurden mindestens 14 Menschen. Wir haben dies korrigiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. August 2017 um 16:00 Uhr.

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