Ein Rot-Kreuz-Helfer versorgt einen Mann, der es zusammen mit einer Gruppe anderer Flüchtlinge von Ceuta auf spanisches Gebiet geschafft hat. | Bildquelle: REUTERS

Spanische Exklave in Nordafrika 200 Flüchtlinge überwinden Grenze nach Ceuta

Stand: 31.10.2016 21:15 Uhr

Erneut sind Flüchtlinge von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta gelangt: Mehr als 200 Menschen stießen zwei Tore am Grenzzaun auf, einige kletterten über die Sperranlage. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Etwa 220 Flüchtlinge haben von Marokko aus die Grenzanlagen der spanischen Exklave Ceuta überwunden. Sie stießen gegen den Widerstand der Polizei zwei Tore am Grenzzaun auf, wie die spanische Regierung mitteilte. Einige von ihnen kletterten über die sechs Meter hohen Grenzzäune.

Offiziellen Angaben zufolge wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, die das Vordringen der Flüchtlinge verhindern wollten, 32 Flüchtlinge leicht verletzt. Auch drei Mitglieder der Zivilgarde seien verletzt worden.

Die Flüchtlinge wurden in ein Auffanglager gebracht, wo ihre Fälle geprüft werden sollen. Insbesondere gehe es darum, ob sie asylberechtigt seien, so die Zivilgarde. Die Suche nach einigen Flüchtlingen, die in die umliegenden Hügel entkamen, dauert an.

Mehreren Flüchtlingen gelang es, die Sperranlagen zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta zu überwinden. | Bildquelle: REUTERS
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Mehreren Flüchtlingen gelang es, die Sperranlagen zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta zu überwinden.

400 Flüchtlinge beteiligt

An dem Versuch, die Grenzanlagen zu überwinden, beteiligten sich den Angaben zufolge kurz vor sieben Uhr morgens rund 400 Flüchtlinge. Das letzte erfolgreiche Vordringen von Flüchtlingen nach Ceuta war im April registriert worden. Damals hatten 101 Menschen spanisches Gebiet erreicht.

Die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla an der marokkanischen Mittelmeerküste haben die einzigen EU-Außengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Die Grenzanlagen bestehen aus zwei je sechs Meter hohen Zäunen, dazwischen erschwert ein Netz aus Stahlkabeln das Vorankommen.

In der Nähe der beiden Gebiete harren Zehntausende Afrikaner vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara aus. Sie hoffen auf eine Gelegenheit, in die EU zu gelangen. Nach Angaben aus Marokko kamen seit Anfang 2015 immer mehr Flüchtlinge aus Syrien dazu.

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