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[Bildunterschrift: Die Rechner des CERN sind mit Computern in 33 Ländern verbunden. ]
Rund drei Wochen nach Beginn des Urknall-Experiments hat das Europäische Teilchenphysiklabor CERN in Genf einen weltweiten Verbund von Rechnern und Rechenzentren in Betrieb genommen. Das Rechner-Netzwerk (Grid) soll die benötigte Rechenleistung für die gigantischen Datenmengen, die bei dem Experiment mit dem Teilchenbeschleuniger LCH ("Large Hadron Collider") entstehen, garantieren.
[Bildunterschrift: Die Wissenschaftler am CERN erhoffen sich vom LHC Antworten zur Beschaffenheit und Entwicklung des Universums. ]
Der LHC fällt zwar wegen einer Panne im Kühlsystem vorraussichtlich bis zum Frühjahr aus. Dann soll er jährlich 15 Millionen Gigabytes Daten (20 Millionen CD-ROM) liefern, die von rund 5000 Wissenschaftlern in 500 Forschungsinstituten weltweit ausgewertet werden. Die Detektoren am LHC produzieren nach Angaben von CERN-Mitarbeiter Bernd Panzer jede Sekunde etwa eine Milliarde Schnappschüsse des Teilchen-Experiments. "Wir suchen aber nach nur einer guten Aufnahme in zehn Billionen Schnappschüssen", so Panzer.
Selbst die Kapaziäten des CERN reichen für die Bewältigung der Datenmassen nicht aus. Im Grid sind deshalb rund 100.000 Einzelrechner zusammengeschaltet, mit denen alle beteiligten Forscher arbeiten können. Die Rechenaufträge und die Daten werden automatisch auf die vorhandenen Kapazitäten verteilt. Das Grid nutzt dazu superschnelle Datenleitungen, mit denen nach eigenen Angaben etwa die Datenmenge einer DVD in wenigen Sekunden übertragen wird. In Deutschland gehört das Karlsruhe Institute of Technology zu den Projekt-Partnern.
Auch private Internet-Nutzer können freie Rechenleistungen ihrer Computer dem Grid zur Verfügung stellen, wenn sie dafür eine Software installieren: "Wenn Sie LHC@home auf Ihrem Computer arbeiten lassen, beansprucht es einen Teil der Rechenleistung, des Festplattenplatzes und der Netzwerkbandbreite. Sie können selbst bestimmen, wann und in welchem Umfang Ressourcen von LHC@home benutzt werden dürfen", erläutert die CERN-Internetseite.
Vorbild ist hier das Forschungsprogramms SETI der Universität Berkeley: Über das Internet sind rund drei Millionen Computer zusammengeschaltet, um gemeinsam Daten auf der Suche nach außeridischer Intelligenz auszuwerten.
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