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Forschung am CERN
Physiker melden Fund des "Gottesteilchens"
Es gilt als das "Gottesteilchen" - fast schon als Heiliger Gral der Teilchenphysik. Forscher glauben, nun mit Experimenten am Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) des CERN bei Genf erstmals handfeste Belege für dessen Existenz gefunden zu haben. Das unter Experten Higgs-Boson genannte Teilchen bildet einen fundamentalen Baustein unseres heutigen physikalischen Weltbilds.
"Der Nachweis des Higgs-Bosons wäre die Antwort auf eine der größten Fragen der Physik", hatte Guido Altarelli, theoretischer Physiker am CERN, noch vor wenigen Monaten gesagt. Jetzt ist diese Frage wahrscheinlich so gut wie beantwortet. Vieles spricht dafür, dass es sich tatsächlich um das seit Jahrzehnten gesuchte Higgs-Boson handelt.
Das so schwer zu fassende Teilchen gilt als der Urheber für eine der Grundeigenschaften aller Dinge: der Masse. Ohne sie wäre das Universum ein völlig anderer Ort: Es gäbe keine Atome. Denn die Masse erst sorgt dafür, dass die Grundbausteine der sogenannten Materie zusammenhalten. Lange Zeit aber konnte das Standardmodell der Teilchenphysik - und damit die Basis unseres physikalischen Weltbilds - nicht erklären, woher die Elementarteilchen diese wichtige Eigenschaft haben.
"Wir benötigen noch mehr Daten"
"Es ist schwer, nicht aufgeregt zu werden bei diesen Ergebnissen", sagte CERN-Forschungsdirektor Sergio Bertolucci. Hundertprozentig sicher ist die Entdeckung nämlich noch nicht. "Wir benötigen mehr Daten", hieß es.
Joachim Mnich, Direktor des Hamburger Forschungszentrums "Deutsches Elektronen-Synchrotron" (DESY), meinte: "Was sich hier anbahnt, ist für mich bisher die Entdeckung des Jahrhunderts". Am deutlichsten überzeuge ihn, dass man in zwei unabhängigen Datensätzen aus dem letzten und aus diesem Jahr das gleiche Signal sehe.
Physiker entdecken offenbar sogenanntes "Gottesteilchen"
tagesschau 12:00 Uhr, 04.07.2012, Daniel Hechler, ARD Genf
Bundesforschungsministerin Schavan gratuliert
"Mit dieser bedeutenden Beobachtung wird vielleicht die Tür in eine neue Welt der Teilchenphysik aufgestoßen", sagte Professor Bernhard Spaan von der Technischen Universität Dortmund. Er ist Vorsitzender des deutschen Komitees für Elementarteilchenphysik.
Bundesforschungsministerin Annette Schavan gratulierte den Wissenschaftlern in Genf bereits zur Entdeckung: "Die Suche nach dem Higgs-Teilchen hat nun fast 50 Jahre gedauert, aber nun könnte die Entdeckung gelungen sein. Die Ausdauer und Neugier der Wissenschaftler wurde belohnt."
Stand: 04.07.2012 12:19 Uhr
