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Das Gottesteilchen

Forschung am CERN

Physiker melden Fund des "Gottesteilchens"

Es gilt als das "Gottesteilchen" - fast schon als Heiliger Gral der Teilchenphysik. Forscher glauben, nun mit Experimenten am Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) des CERN bei Genf erstmals handfeste Belege für dessen Existenz gefunden zu haben. Das unter Experten Higgs-Boson genannte Teilchen bildet einen fundamentalen Baustein unseres heutigen physikalischen Weltbilds.

Forschungsanlage am CERN
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Seit langem wird am Forschungszentrum CERN auch nach dem "Gottesteilchen" gesucht.

"Der Nachweis des Higgs-Bosons wäre die Antwort auf eine der größten Fragen der Physik", hatte Guido Altarelli, theoretischer Physiker am CERN, noch vor wenigen Monaten gesagt. Jetzt ist diese Frage wahrscheinlich so gut wie beantwortet. Vieles spricht dafür, dass es sich tatsächlich um das seit Jahrzehnten gesuchte Higgs-Boson handelt.

Das so schwer zu fassende Teilchen gilt als der Urheber für eine der Grundeigenschaften aller Dinge: der Masse. Ohne sie wäre das Universum ein völlig anderer Ort: Es gäbe keine Atome. Denn die Masse erst sorgt dafür, dass die Grundbausteine der sogenannten Materie zusammenhalten. Lange Zeit aber konnte das Standardmodell der Teilchenphysik - und damit die Basis unseres physikalischen Weltbilds - nicht erklären, woher die Elementarteilchen diese wichtige Eigenschaft haben.

"Wir benötigen noch mehr Daten"

CERN

Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) bei Genf ist mit 7000 Wissenschaftlern aus 80 Ländern das weltweit größte Forschungszentrum für Teilchenphysik. Dort wird seit 1954 nach Antworten auf Fragen zur Beschaffenheit und Entwicklung des Universums gesucht. Am CERN wurden auch die Grundlagen des World Wide Web entwickelt, um Wissenschaftlern die Kommunikation zu erleichtern.

Der britische Forscher Peter Higgs
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Das Teilchen wurde nach dem britischen Forscher Peter Higgs benannt

"Es ist schwer, nicht aufgeregt zu werden bei diesen Ergebnissen", sagte CERN-Forschungsdirektor Sergio Bertolucci. Hundertprozentig sicher ist die Entdeckung nämlich noch nicht. "Wir benötigen mehr Daten", hieß es.

Joachim Mnich, Direktor des Hamburger Forschungszentrums "Deutsches Elektronen-Synchrotron" (DESY), meinte: "Was sich hier anbahnt, ist für mich bisher die Entdeckung des Jahrhunderts". Am deutlichsten überzeuge ihn, dass man in zwei unabhängigen Datensätzen aus dem letzten und aus diesem Jahr das gleiche Signal sehe.

Physiker entdecken offenbar sogenanntes "Gottesteilchen"
tagesschau 12:00 Uhr, 04.07.2012, Daniel Hechler, ARD Genf

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Bundesforschungsministerin Schavan gratuliert

"Mit dieser bedeutenden Beobachtung wird vielleicht die Tür in eine neue Welt der Teilchenphysik aufgestoßen", sagte Professor Bernhard Spaan von der Technischen Universität Dortmund. Er ist Vorsitzender des deutschen Komitees für Elementarteilchenphysik.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan gratulierte den Wissenschaftlern in Genf bereits zur Entdeckung: "Die Suche nach dem Higgs-Teilchen hat nun fast 50 Jahre gedauert, aber nun könnte die Entdeckung gelungen sein. Die Ausdauer und Neugier der Wissenschaftler wurde belohnt."

Higgs-Boson

Das nach dem britischen Physiker Peter Higgs benannte Teilchen gilt als Ursache für eine Grundeigenschaft der Materie: die Masse. Nach dem Higgs-Boson wird seit fast 50 Jahren gesucht. Es ist ein wichtiger Baustein des Standardmodells der Teilchenphysik, das den Aufbau der Materie erklärt. In diesem Modell erhalten andere Teilchen ihre Masse erst durch ein unsichtbares Kraftfeld aus Higgs-Teilchen, welches das gesamte Universum durchzieht.

Stand: 04.07.2012 12:19 Uhr

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