Kubanische Parteizeitung "Granma" mit Bild von Fidel Castro | Bildquelle: AFP

Fidel Castro Symbolisch bis zum letzten Tag

Stand: 27.11.2016 08:17 Uhr

Nach dem Tod von Fidel Castro erinnert sich Kuba an die Revolution vor 58 Jahren. In diesem Geiste sollen auch die Beisetzungsfeierlichkeiten inszeniert werden. Und das liegt auch am Todestag Castros.

Anne-Katrin Mellmann, ARD Studio Mittelamerika und Karibik

Fidel Castro starb nicht an irgendeinem Novembertag. Der 25. hat symbolischen Wert. Auf den Tag genau vor 60 Jahren stach der alte Kahn "Granma" vom mexikanischen Tuxpan aus in Richtung Kuba  in See. An Bord fieberten der damals 30-jährige Fidel Castro und 81 entschlossene Revolutionäre einer schier unlösbaren Aufgabe entgegen: dem Sturz des Diktators Fulgencio Batista.

Mit dabei war der 1992 verstorbene Arzt Faustino Pérez. "Wir hatten gemischte Gefühle", erinnerte er sich zu Lebzeiten. "Nur Fidel war während der ganzen Überfahrt voller Freude. Denn mit jedem Meter, den die Granma zurücklegte, näherte sich für ihn der Moment, den Kampf gegen die Tyrannei aufzunehmen."

Die Landung der "Granma" war ein Desaster. Batistas Soldaten erwarteten die Revolutionäre mit ihren Gewehren. Nur Castro und 20 weitere hatten Glück und schafften es in die Sierra Maestra, von wo aus sie ihren Guerillakrieg führten und schließlich gewannen.

Kubaner kauft Zeitung mit Bild von Fidel Castro | Bildquelle: AP
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Kubas Zeitungen kannten gestern nur ein Thema: Den Tod von Fidel Castro.

Die Parteizeitung hat nur ein Thema

Dank ihres Sieges trotzt die "Granma" heute im Revolutionsmuseum in Havanna hinter Glas dem Zahn der Zeit. Ihr Name prangt in Rot auf der Tageszeitung der kommunistischen Partei. Die erschien am Tag nach Fidels Tod fast monothematisch. Das Titelbild zeigt den "Comandante en Jefe", den Chefkommandanten, in Uniform und mit Fähnchen in der Hand wie zum Abschied winkend.

Hier geht nicht nur der Revolutionsführer sondern einer der Letzten der alten Garde. "Sein Vater sei im Alter von 90 Jahren gestorben", kommentiert ein Leser, "nun auch sein anderer Vater, Fidel". 

Der Vater der Revolution, der Übervater im autoritären Staat. Als schon klappriges Väterchen sprach Castro vom Tod, als er zum letzten Mal auf dem Parteitag der Kommunisten im April erschien: Jeder sei irgendwann an der Reihe, aber die Ideen der Kommunisten Kubas blieben.

Trauer um Fidel Castro
tagesthemen 23:30 Uhr, 26.11.2016, Joana Jäschke, ARD Mexiko-Stadt

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Ein fulminanter Abschied

Viele davon waren seine eigenen Ideen. Welche er selbst zur Choreografie seiner mehrtägigen Trauerfeier noch beigesteuert hat, ist das Geheimnis des Organisationskomitees. Der Abschied wird fulminant. Fidels Überreste werden in Erinnerung an die Karawane der Freiheit, den Siegeszug der Revolutionäre Anfang 1959, auf dem Landweg von Havanna nach Santiago de Cuba gebracht. Fidel - symbolisch bis zum Schluss.

Fidel Castro ist tot, es leben die Symbole
A. K. Mellmann, ARD Mexiko City
27.11.2016 07:04 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 276 November 2016 um 23:30 Uhr.

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