Fidel Castro | Bildquelle: picture alliance / dpa

Fidel Castro ist tot "Das Symbol einer Epoche"

Stand: 26.11.2016 18:38 Uhr

Kubas verstorbener Revolutionsführer Castro war für Freunde und Gegner eine historische Persönlichkeit. Dieser Tenor prägt auch die Reaktionen auf den Tod des 90-Jährigen. Auf der Insel wurde eine neuntägige Staatstrauer verhängt.

Mit Trauer, Respekt, aber auch offener Freude ist auf Kuba und international die Nachricht vom Tode des früheren Staatschefs Fidel Castro aufgenommen worden. Präsidenten und Regierungschefs würdigten den Revolutionsführer als Figur der Zeitgeschichte, während Exil-Kubaner an die Unterdrückung im Inselstaat erinnerten.

Castro war am Freitagabend im Alter von 90 Jahren verstorben. Sein Nachfolger und Bruder Raul Castro ordnete eine neuntägige Staatstrauer an. Der Verstorbene soll am 4. Dezember in Santiago de Cuba im Osten der Insel beigesetzt werden. Dort war Castro zur Schule gegangen und hatte erste revolutionäre Aktionen unternommen.

Trauer um Fidel Castro
tagesthemen 23:30 Uhr, 26.11.2016, Joana Jäschke, ARD Mexiko-Stadt

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Lange Krankheitsgeschichte

Angesichts des hohen Alters und seiner langen Krankheitsgeschichte war der Tod Castros für die Kubaner keine gänzlich unerwartete Nachricht. Viele Kubaner reagierte dennoch mit Trauer und verwiesen darauf, was unter ihm für die ärmeren Bevölkerungsschichten getan worden sei.

In Little Havana in Miami (US-Bundesstaat Florida) fuhren dagegen Exil-Kubaner in einem Autokorso hupend durch die Straßen und schwenkten Fahnen. In Spanien rief eine Exil-Organisation zu einer Kundgebung vor der kubanischen Botschaft auf und verwies auf die Verfolgung von Oppositionellen auf Kuba.

Freundliche Erinnerungen in Moskau

Diplomatischer fielen die internationalen Reaktionen aus. Der russische Staatschef Wladimir Putin nannte Castro ein "Symbol einer Epoche" und einen "aufrichtigen und verlässlichen Freund Russlands". Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow sagte, Castro habe der "härtesten Blockade der USA widerstanden und sein Land gestärkt".

Der französische Staatschef Francois Hollande bezeichnete den Verstorbenen als eine "Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts", der die kubanische Revolution "mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen verkörpert" habe.

In Latein- und Südamerika verbeugten sich linksgerichtete Präsidenten vor Castro. Venezuelas Nicolas Maduro schrieb, Castro habe sich "auf den Weg in die Unsterblichkeit jener gemacht, die ihr ganzes Leben lang kämpfen". El Salvadors Sanchez Ceren erklärte, Castro werde "für immer in den Herzen der solidarischen Völker leben". Mexikos Enrique Pena Nieto sagte, Castro sei ein Freund Mexikos gewesen.

Weltweite Reaktionen auf Castros Tod
tagesthemen 23:30 Uhr, 26.11.2016, Ulrich Adrian, ARD Washington

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Papst betet für Castro

Papst Franziskus zeigte sich betroffen über Castros Tod. In einem vom Vatikan veröffentlichten Beileidstelegramm an den Bruder, den kubanischen Präsidenten Raúl Castro, äußerte er seine "Gefühle des Schmerzes". Er bete für den "lieben Bruder". Unter Vermittlung von Papst Franziskus und dem Heiligen Stuhl hatten Kuba und die USA Ende 2014 die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart.

US-Präsident Barack Obama sprach der Familie von Castro sein Beileid aus. Die USA würden der kubanischen Nation immer "Freund und Partner" sein, sagte der scheidende US-Präsident. Beinahe sechs Jahrzehnte lang hätten "Streit und schwerwiegende politische Differenzen" die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba geprägt. Castro habe sich um eine neue Zukunft bemüht, die sich auf Gemeinsamkeiten konzentriere, so Obama.

Trump: "Castro war brutaler Diktator"

Sein designierter Nachfolger Donald Trump reagierte schärfer. Er bezeichnete Castro als "brutalen Diktator, der sein eigenes Volk fast sechs Jahrzehnte lang unterdrückt hat". Kuba sei nach wie vor ein "totalitärer" Staat, erklärte Trump. Er hoffe, dass der kommunistische Karibikstaat nun vor einer Zukunft stehe, in der "das wundervolle kubanische Volk endlich in Freiheit leben kann".

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Fidel Castro - Rechtsanwalt, Rebell, Symbolfigur

Das Leben des kubanischen Revolutionsführers

Fidel Castro

Fidel Castro - hier als Schüler des von Jesuiten geleiteten Colegio Dolores in Santiago de Cuba (2. von rechts) - wurde am 13. August 1926 geboren. Sein Vater war als armer Einwanderer aus Spanien nach Kuba gekommen und erwarb als Zuckerplantagenbesitzer ein beachtliches Vermögen.

Revolution vor der Küste der USA

Castro hatte nach mehrjährigem Kampf 1959 das korrupte Regime des Diktators Fulgencio Batista vertrieben und in der Folgezeit aus Kuba eine sozialistische Republik gemacht. Die Industrie wurde verstaatlicht, der Boden vergesellschaftlicht und eine Bildungsreform durchgeführt. Andersdenkende wurden inhaftiert und hingerichtet. In Lateinamerika und in Afrika unterstützte Kuba aktiv sozialistische Bewegungen.

Die USA versuchten früh, Castro mit Hilfe von geflüchteten Kubanern zu stürzen. Der Versuch einer Invasion scheiterte 1961 in der Schweinebucht und beschleunigte die Annäherung Kubas an die Sowjetunion. Die UdSSR sah in Kuba auch einen Brückenkopf in der Karibik und schickte sich 1962 an, auf der Insel Mittelstreckenraketen zu stationieren. Die dadurch ausgelöste Krise führte die Welt an den Rand einer atomaren Konfrontation.

Am Tropf der UdSSR

Kuba hing jedoch wirtschaftlich zunehmend von der Sowjetunion ab. Ihr Zusammenbruch, das Ende der Unterstützung aus Moskau sowie das fortwährende Embargo der USA brachte das Castro-Regime an den Rand des Zusammenbruchs. Angesichts der immensen wirtschaftlichen Probleme führte Castro begrenzte wirtschaftliche Reformen durch.

Wegen gesundheitlicher Probleme zog sich Castro ab 2006 schrittweise aus seinen Ämtern zurück. Die Macht verblieb jedoch in der Familie: An seine Stelle trat sein jüngerer Bruder Raul. Dieser setzte die Wirtschaftsreformen behutsam fort, ohne jedoch das politische System des Landes zu öffnen.

Auch aus dem Altenteil meldete sich Castro immer wieder zu Wort, nun zumeist im Trainingsanzug statt im revolutionären Drillich. Mit seinen "Reflexiones" begleitete er auch die historische Annäherung an die USA, die 2015 in der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen gipfelte.

Fidel Castro gestorben
A.-K. Mellmann, ARD Mexiko City
26.11.2016 10:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. November 2016 um 09:00 Uhr.

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