Fidel Castro | Bildquelle: dpa

Langjähriger Staatschef Kubas Fidel Castro gestorben

Stand: 26.11.2016 07:15 Uhr

Kubas Revolutionsführer und langjähriger Staatschef Fidel Castro ist tot. Er starb im Alter von 90 Jahren, wie sein Bruder im staatlichen TV mitteilte. Als Revolutionär wurde er bewundert, als Diktator gefürchtet.

Von Peter Sonnenberg, ARD-Studio Mittelamerika

Ein Treffen mit Papst Benedikt XVI.. im März 2012 war einer der letzten großen politischen Auftritte Fidel Castros. Die beiden Männer hätten Witze über das Alter gemacht hieß es danach. Der einstige Revolutionsführer war erst spät auf die Kirche zugegangen, hatte 1996 den Vatikan besucht und bereits Gespräche mit Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. geführt.

Castro, 1926 geboren, war der Kopf der kubanischen Guerillabewegung gegen den verhassten Tyrannen Fulgencio Batista. 1959 zogen die Rebellen siegreich in Havanna ein, der Mythos Fidel war geboren.

"Die Revolution werden wir immer mit unseren Gewehren verteidigen", rief er damals. Es folgte die Verstaatlichung der Industrie, eine Landreform und: der Export der Revolution. Kuba begab sich auf Konfrontationskurs mit den USA. Gleichzeitig ließ Castro ein vorbildliches Gesundheits- und Bildungswesen aufbauen.

An der Seite Moskaus

Dann, 1962, die Kubakrise. Die Sowjetunion wollte Nuklearraketen auf der Insel stationieren, US-Präsident John F. Kennedy verhinderte dies. Der Konflikt mit den USA und deren Sanktionen machten Kuba endgültig zum Verbündeten Moskaus. Mit Ende des kalten Krieges aber, stoppte der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow die finanzielle Unterstützung für Kuba. Als die Bevölkerung die Versorgungsenpässe immer stärker spürte, kam zu schweren Unruhen.

Als die USA begannen, jedem kubanischen Flüchtling Asyl anzubieten, ließ Castro zehntausende Menschen auf selbstgebastelten Flößen fliehen.

1/24

Fidel Castro - Rechtsanwalt, Rebell, Symbolfigur

Das Leben des kubanischen Revolutionsführers

Fidel Castro

Fidel Castro - hier als Schüler des von Jesuiten geleiteten Colegio Dolores in Santiago de Cuba (2. von rechts) - wurde am 13. August 1926 geboren. Sein Vater war als armer Einwanderer aus Spanien nach Kuba gekommen und erwarb als Zuckerplantagenbesitzer ein beachtliches Vermögen.

Harter Kurs gegen Andersdenkende

Besonders in den letzten Jahren seiner Präsidentschaft zeigte sich das hässliche Gesicht der Revolution. Kritische Stimmen wurden gnadenlos unterdrückt, Dutzende von Dissidenten für Jahre ins Gefängnis geworfen. "Dieses Land, diese Revolution kann sich selbst zerstören", erklärte Castro und meinte damit seine Kritiker - für ihn alles Konterrevolutionäre.

Als Revolutionär bewundert, als Diktator gefürchtet: Aus dem Maximo Lider war ein rückwärts gewandter, kranker Mann geworden. 2008 begann er, die Macht an seinen Bruder Raul zu übergeben.

Doch auch danach mischte er sich mit Kommentaren in die Politik ein. So auch, als er die 2014 eingeleitete Annäherung Kubas an die USA befürwortete. "Die Geschichte wird mich freisprechen", hatte er einmal gesagt. Dieses Urteil über sein Wirken steht noch aus.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. November 2016 um 09:00 Uhr.

Darstellung: