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27.05.2012

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Ausland
Frankreichs Präsidentengattin Carla Bruni in der Kritik
Präsidentengattin in der Kritik

Stolpert Sarkozy über Carlagate?

Eigentlich gilt die französische Präsidentinnengattin Carla Bruni als Sympathieträgerin. Doch ausgerechnet ihr Engagement gegen die Immunschwächekrankheit Aids kratzt nun an ihrem Ruf: Eingeworbene Hilfsgelder sollen nicht ordnungsgemäß vergeben worden sein. Ein Fondschef muss deshalb gehen.

Von Evi Seibert, SWR-Hörfunkstudio Paris

Carla Bruni engagiert sich für die Bekämpfung von Aids. Ihr Bruder ist an der Immunschwäche gestorben - das macht ihren  Einsatz umso glaubwürdiger. Nun scheint sie aber über die Fallstricke der ordnungsmäßen Geldvergabe gestolpert zu sein.

Mehrere Zeitungen berichten, Carla Bruni-Sarkozy habe ihren Einfluss als Botschafterin des Globalen Fonds zu Bekämpfung von Aids ausgenutzt, um Millionenaufträge an einen Freund zu vergeben. Es geht um Werbegelder für die Aktion "Born HIV free", die vor allem die Weitergabe von Aids bei der Geburt durch die Mütter auf ihre Kinder verhindern soll.

Carla Bruni (Foto: Reuters) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Carla Bruni muss sich wegen problematischer Mittelvergaben rechtfertigen. ]

Zwei Millionen Dollar für den Trauzeugen

Ein Etat von mehr als zwei Millionen Dollar ist dafür angeblich direkt und ohne Ausschreibung an Unternehmen des Sängers Julien Civange gegangen. Der war nicht nur Trauzeuge der First Lady bei ihrer Heirat mit dem Präsidenten, sondern hat auch ein Büro im Elysee-Palast. Dort koordiniert er die Aids-Hilfe von Carla Bruni mithilfe seiner PR-Firmen.

Wegen dieser undurchsichtigen Mittelvergabe muss nun wohl der Chef des globalen Aids-Bekämpfungsfonds in Genf, der die Gelder verteilt hat, seinen Hut nehmen - auch er übrigens ein Carla Freund. Allerdings wird er wohl erst nach den französischen Wahlen abgelöst, damit im Wahlkampf durch die Affäre nicht noch mehr Porzellan zerschlagen wird.

Audio: Carlagate-Affäre um die französische First Lady

AudioEvi Seibert, SWR-Hörfunkstudio Paris 10.01.2012 06:15 | 1'47
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Dementis aus dem Elysée-Palast

Ohnehin bemühen sich die Verantwortlichen des Elysee-Palastes nach Möglichkeit, die Affäre herunterzuspielen. Auf der Homepage von Madame Bruni-Sarkozy wird heftig dementiert: Alles sei ordnungsgemäß abgelaufen - und auch der internationale Aids-Fonds spricht von einer Lügenkampagne.

Die amerikanische Außenministerin Hilary Clinton, deren Land einen Großteil der Hilfsgelder in den Fonds einzahlt, sieht das offenbar anders. Sie soll diejenige gewesen sein, die den Kopf des Fondschefs und des Freundes von Carla Bruni gefordert hat.

Stand: 10.01.2012 05:10 Uhr
 

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