Proteste in Caracas: Die Polizei setzt Tränengas gegen Demosntranten ein | Bildquelle: AFP

Proteste in Venezuela Barrikaden, Schlagstöcke und Tränengas

Stand: 21.05.2017 04:52 Uhr

Es ist der 50. Tag der Proteste in Venezuela: Wieder sind Hunderttausende auf die Straßen gegangen. Ihr Protest gilt der Regierung von Präsident Maduro. Ein von deutschen Einwanderern gegründeter Ort wurde vom Militär besetzt.

Aus Protest gegen Staatschef Nicolás Maduro sind in Venezuela mehr als 200.000 Menschen auf die Straßen gegangen. Allein in der Hauptstadt Caracas hätten nach vorläufigen Schätzungen mehr als 160.00 Menschen an einem Protestmarsch zum Innenministerium teilgenommen, so die Opposition.

Die Polizei hinderte die Demonstranten mit Tränengas daran, zu dem Gebäude im Stadtzentrum zu gelangen. Auf der wichtigsten Autobahn von Caracas waren Oppositionsanhänger zwischen Barrikaden mit Stöcken und Steinen bewaffnet, um sich gegen die Polizei zur Wehr zu setzen, wie AFP-Reporter berichten. Einige junge Männer waren vermummt, trugen Gasmasken und selbstgemachte Schilde aus Holz oder Metall.

Venezuelas Präsident Maduro | Bildquelle: REUTERS
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Venezuelas Präsident Maduro: Die Opposition fordert seine Amtsenthebung.

Demonstrant in Caracas flieht vor der Polizei | Bildquelle: AP
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Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein und versuchte sie zu ergreifen.

In San Cristóbal im westlichen Bundesstaat Tachira demonstrierten nach Schätzungen von Beobachtern mehr als 40.000 Maduro-Gegner. Maduro hatte diese Woche 2600 Soldaten dorthin entsandt, nachdem es eine Reihe von Plünderungen und Angriffen auf Einrichtungen von Polizei und Armee gegeben hatte.

Militär besetzt von Deutschen gegründeten Ort

Colonia Tovar - eine deutsche Kolonie in Venezuela | Bildquelle: dpa
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Colonia Tovar, aufgenommen 2015

Auch in der von deutschen Einwanderern gegründeten Stadt Colonia Tovar kam es zu heftigen Ausschreitungen. Der Ort mit seinen rund 20.000 Einwohnern wurde bis auf weiteres unter Militärkontrolle gestellt. Bei Protesten gegen Maduro war dort zuvor der Sitz der Nationalparkbehörde angegriffen worden, Autos wurden angezündet.

Zunächst versuchten die Bewohner mit Straßenblockaden, ein Einmarschieren des Militärs zu verhindern. Bilder zeigten Tränengaswolken vor dem malerischen Stadttor. Colonia Tovar erinnert mit Fachwerkhäusern und Einkehrmöglichkeiten wie dem Café "Muhstall" an den Schwarzwald.

Der Ort liegt eine Stunde von Caracas entfernt. "Das ist eine sehr angespannte Situation", sagte eine Mitarbeiterin des Hotels "Bergland" der DPA. Das Militär sei mit vielen Lastwagen angerückt und kontrolliere die Ortseingänge.

Der Ort ist besonders bei Tagestouristen beliebt. Gegründet wurde die Siedlung von 392 Badensern, die 1842 aus dem Kaiserstuhl mit dem Schiff nach Südamerika kamen. Bis heute haben sich die alemannische Kultur und der Dialekt der Heimat erhalten.

Hundertausende Venezolaner demonstrieren gegen Präsident Maduro
tagesschau24 09:00 Uhr, 21.05.2017

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Opposition: Nur Neuwahlen bieten Weg aus Krise

Das südamerikanische Land ist zutiefst gespalten und praktisch gelähmt, die Opposition geht derzeit täglich auf die Straße. Venezuela steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps, Lebensmittel und Medikamente fehlen und die Inflation dürfte dieses Jahr nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds 720 Prozent erreichen.

Die Opposition fordert nicht zuletzt deshalb die Amtsenthebung Maduros. Nach Ansicht des Generalsekretärs der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, können nur Neuwahlen einen Weg aus der Krise bieten. Maduro sieht sich bereits seit Anfang April mit Massendemonstrationen konfrontiert. Bei den Protesten wurden bereits 46 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Mai 2017 um 03:43 Uhr.

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