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Ausland
Thailand liefert Waffenhändler But an USA aus
Verdacht auf Geschäfte mit Al Kaida und FARC

Thailand liefert "Händler des Todes" an USA aus

Viktor But gilt als einer der größten Waffenhändler der Welt. Er soll vor seiner Festnahme in Bangkok unter anderem Al Kaida, Taliban und FARC mit Waffen versorgt haben. Mehr als zwei Jahre saß er in Thailand in Untersuchungshaft, nun soll er trotz russischer Proteste an die USA ausgeliefert werden.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Singapur

Mit der heutigen Entscheidung des Berufungsgericht in der thailändischen Hauptstadt Bangkok wurde ein früheres Gerichtsurteil aufgehoben, das eine Auslieferung des als "Händler des Todes" bekannten But in die USA abgelehnt hatte.

Wiktor But (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wiktor Bout gilt als Vorbild für den Film "Händler des Todes" mit Nicolas Cage. ]
But wurde in der orangefarbenen Häftlingskleidung und mit Ketten an Händen und Füßen in den Gerichtssaal geführt. Sein Verteidiger, der thailändische Rechtsanwalt Lak Nittiwattanawichan, sprach anschließend von einer politischen Entscheidung. Das Gericht habe sich dem Druck der USA gebeugt. "Es ist völlig offensichtlich, dass hier die Politik mit im Spiel ist. Alle Fakten deuten darauf hin."

Waffen für Bürgerkriege und Terroristen

Der 43-jährige Viktor But gilt als einer der weltweit größten Waffenhändler. Nach Angaben von US-Behörden soll er seit den 90er-Jahren unter anderem versucht haben, Waffen an Bürgerkriegsparteien in Angola, Liberia, Ruanda und Sierra Leone zu verkaufen. Außerdem soll er die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan und das Terrornetzwerk Al Kaida beliefert haben.

Festnahme in Bangkok

But war im März 2008 in einem Bangkoker Luxushotel verhaftet worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nach seiner Festnahme sagte der US-Staatsanwalt Michael Garcia, But habe verdeckten Ermittlern Kriegswaffen für die kolumbianische Terror- und Drogenhändlerorganisation FARC angeboten. Die Frage, ob die FARC eine Terrororganisation oder nur eine kriminelle Vereinigung ist, war ausschlaggebend für die heutige Entscheidung des Berufungsgerichts in Bangkok.

"But und sein Komplize Smoulin wollten die FARC mit Waffen für deren gewalttätigen Ziele versorgen", sagte Garcia. "Dabei handelte es sich unter anderem um Boden-Luft-Raketen und Raketenwerfer. But demonstrierte seine Bereitschaft, der Terrororganisation Waffen zu liefern und seine Fähigkeit, dies zu tun. Seine Festnahme ist das Ende einer langen verdeckten weltweiten Fahndung der US-Ermittler. Und sie ist das Ende eines der meistgesuchten Waffenhändler der Welt."

Vorbild für Filmfigur

Buts Tätigkeit als Waffenhändler war Vorlage für den Hollywood-Film "Lord of War" mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. In dem Film geht der Waffenhändler am Ende straffrei aus. Im Abspann wird darauf hingewiesen, dass die fünf größten Waffenexporteure der Welt - die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China - auch die fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat sind.

Stand: 20.08.2010 12:20 Uhr
 

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