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Tag der Gegensätze in Washington: Während Anti-Kriegs-Demonstranten "Irak den Irakern" skandierten, verteidigte Präsident Bush den Einmarsch als "richtige Entscheidung", der möglicherweise einen Völkermord verhindert habe.
Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington
"Raus mit den Truppen jetzt - Irak den Irakern" - sangen die Demonstranten heute den ganzen Tag über in Washington. Sie hatten sich an mehreren Plätzen versammelt, die meisten kamen schon in aller Früh zum Gebäude der US-Steuerbehörde IRS: "Hier bei der IRS kommt das Geld der Steuerzahler rein - und dann kommt es da drüben beim Pentagon wieder raus und geht direkt in den Krieg". Man wolle die Menschen ermutigen, ihre Steuern nicht mehr dorthin zu schicken.
Und welche Hoffnungen setzen die Demonstranten in einen neuen Präsidenten, der am 4. November gewählt werden wird? "Wir haben natürlich riesige Hoffnungen, aber um ganz ehrlich zu sein - unsere Erwartungen sind auch gegenüber einer demokratischen Regierung eher gering, dass sie diesen Krieg schnell beenden wird."
Es waren keine Massen, die heute in Washington demonstriert haben. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass viele Amerikaner kriegsmüde sind, den Krieg lieber heute als morgen beendet sehen möchten.
[Bildunterschrift: Bush spricht anlässlich des fünften Irakkriegsjubiläums im Pentagon ]
Die Demonstranten machten Musik, viele waren verkleidet - und trugen Masken von Präsident George W. Bush oder Vizepräsident Dick Cheney. Doch der wirkliche Präsident war nur ein paar Kilometer weiter auf der anderen Seite des Potomac, im US-Verteidigungsministerium, dem Pentagon. Dort sprach er zum Jahrestag des Irakkrieges und rechtfertigte die Invasion im Jahre 2003: "Saddam Hussein abzusetzen war die richtige Entscheidung. Und dies ist ein Kampf den Amerika gewinnen kann und gewinnen muss."
Bush ging in seiner Rede auch direkt auf die Kritiker ein, die ein schnelles Ende des Krieges fordern. Es gebe in Washington Druck, die Truppen zurückzuziehen - "noch bevor wir unseren Auftrag erfüllt haben", sagte er. "Aber es ist das Selbstverständnis meiner Regierung, dass wir uns angesichts des Terrors nicht zurückziehen können. Wenn wir im Irak nicht reagiert hätten, würde die Gewalt noch mehr Unheil anrichten - und das könnte das Ausmaß eines Völkermordes annehmen."
Ohne die amerikanischen Soldaten würde der Irak im Chaos versinken, betonte Bush. Er gab zu, dass der Krieg mit hohen Kosten und vielen Toten verbunden sei. Doch die Truppenaufstockung im letzten Jahr sei eine richtige strategische Entscheidung im Kampf gegen den Terror gewesen. "Der Kampf im Irak ist edel, er ist notwendig und gerecht. Und mit ihrem Mut wird der Krieg mit einem Sieg enden. Gott segne Sie", sagte der Präsident zu den Mitarbeitern im Pentagon.
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Eine andere Bilanz zogen die Kriegsgegner. Der demokratische Abgeordnete John Dingell bezeichnete den Jahrestag als einen düsteren Meilenstein in der amerikanischen Geschichte – der einen Anlass biete, sich zu erinnern, wir man in diese Situation des Krieges geraten sei.
Im Irakkrieg fielen bisher 3990 US-Soldaten, fast 30.000 GIs wurden verletzt.
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