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Der scheidende US-Präsident Bush macht sich naturgemäß Gedanken um die Bewertung seiner Amtszeit. Und so gab er den Amerikanern in einer letzten TV-Ansprache seine Interpretation an die Hand. Er verwies auf die Erfolge in der Terrorismusbekämpfung und räumte dezent Fehler ein.
Von Albrecht Ziegler, SWR-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Da geht er hin, der scheidende Präsident. Nun müssen Bürger und Historiker über sein Erbe urteilen. ]
George W. Bush hatte seine Familie, politische Freunde, Mitarbeiter und Amerikaner, die seiner Meinung nach Herausragendes geleistet haben um sich versammelt, als er sich zum letzen Mal in einer Ansprache an die Nation wandte. Er kam schnell zu dem Thema, das seine gesamte Präsidentschaft überschattet hatte: "Heute Abend kehren meine Gedanken zum Abend zurück, an dem ich mich zum ersten Mal aus diesem Haus an sie gewandt habe, dem 11. September 2001, als Terroristen beim schlimmsten Angriff seit Pearl Harbour fast 3000 Menschen getötet haben."
Seither habe er alles in seiner Macht Stehende getan, um das Land sicherer zu machen, rechtfertigte er seine Politik: "Es gibt eine berechtigte Diskussion über viele dieser Entscheidungen, aber es kann kaum Diskussion über die Ergebnisse geben."
Mehr als sieben Jahre lang, sagte Bush, habe es keinen Terrorangriff auf dem Boden der USA gegeben. Eine Bilanz die sich seiner Meinung nach sehen lassen kann. Gleichzeitg warnte er davor, dass die terroristische Bedrohung weiter bestehe. "Unsere Feinde sind geduldig und entschlossen, wieder zuzuschlagen."
Der globale Kampf gegen den Terror dominierte seine Abschiedsrede. Er wiederholte seine Grundthese, die er schon seit langem vertritt , dass die USA weltweit für Freiheit sorgen müssten, um dem Terrorismus den Boden zu entziehen. Deshalb seien auch die Kriege in Afghanistan und im Irak so wichtig.
Afghanistan habe sich "von einer Nation in der die Taliban Al Kaida beherbergt haben und wo Frauen auf der Straße gesteinigt wurden" zu einer jungen Demokratie entwickelt, die den Terror bekämpft, in der Mädchen ermutigt würden, in die Schule zu gehen. "Der Irak wurde von einer brutalen Diktatur und einem Erzfeind Amerikas zu einer arabischen Demokratie im Herzen des Mittleren Ostens und einem Freund der Vereinigten Staaten."
Als innenpolitische Erfolge stellte Bush vor allem die jüngste Milliarden-Hilfe für die Finanzwirtschaft heraus. Seine Regierung habe entschlossen gehandelt. Es seien harte Zeiten, aber sie wären noch härter, wenn man nichts getan hätte. Trotz der Rezession in der die USA derzeit sind, zeigte er sich überzeugt, dass es bald wieder aufwärts gehen wird. "Mit Entschlossenheit und harter Arbeit werden wir Amerikas Wirtschaft wieder auf den Pfad des Wachstums bringen, wir werden der Welt wieder einmal die Widerstandsfähigkeit der freien Marktwirtschaft zeigen."
Der Zusammenbruch der Finanzmärkte und der Beinahe-Kollaps zweier Autokonzerne hat bei ihm also zu keinem Sinneswandel geführt, er ist noch immer für das freie Spiel der wirtschaftlichen Kräfte.
Bush geht ungebrochen aus dem Amt. Er ist davon überzeugt, dass er sein Bestes gegeben hat. Nur einmal klang in seiner Abschiedsrede ein Hauch von Selbstkritik an.
"Wie alle, die vor mir in diesem Amt waren, musste ich Rückschläge hinnehmen und es gibt Dinge, die ich anders machen würde, wenn ich die Chance hätte. Ich hatte aber immer das beste Interesse unseres Landes im Sinn. Ich bin meinem Gewissen gefolgt und habe das getan, was ich für richtig hielt. Sie mögen nicht mit allen harten Entscheidungen, die ich getroffen habe übereinstimmen, aber ich hoffe sie stimmen zu, dass ich bereit war, diese harten Entscheidungen zu treffen."
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