Wählerin in einem Wahllokal in der Hauptstadt Bujumbura | Bildquelle: AP

Umstrittene Präsidentschaftswahl in Burundi Wahl im Zeichen der Gewalt

Stand: 21.07.2015 08:29 Uhr

Nach monatelangen Unruhen wählt Burundi nun einen neuen Präsidenten. Der umstrittene Amtsinhaber Nkurunziza bewirbt sich um eine dritte Amtszeit, obwohl die Verfassung nur zwei vorsieht. Das sorgt für Proteste und Gewalt.

Noch bevor die Präsidentschaftswahl in Burundi begonnen hat, ist es in der Nacht zu Ausschreitungen gekommen. In der Hauptstadt Bujumbura explodierte Angaben der Polizei zufolge eine Granate im zentralen Geschäftszentrum. Polizisten mit Sturmgewehren patrouillierten während der Nacht durch die Straßen. Augenzeugen berichteten von Schüssen und Explosionen. Dabei kamen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mindestens zwei Menschen ums Leben.

Präsidentenwahl in Burundi von Gewalt überschattet
tagesschau 20:00 Uhr, 21.07.2015, Gudrun Engel, ARD Nairobi

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Dritte Amtszeit sorgt für Unruhen

Nkurunzizas Kandidatur für eine dritte Amtszeit sorgt seit Ende April für Unruhen in Burundi. Kritiker und die Opposition werfen ihm vor, dass eine dritte Amtszeit laut Verfassung verboten sei. Doch der Präsident argumentiert, er sei beim ersten Mal nicht vom Volk, sondern vom Parlament gewählt worden. Das Verfassungsgericht bestätigte ihn darin. Bei den Protesten wurden bislang mehr als Hundert Demonstranten getötet. Fast 200.000 Menschen sind in Nachbarländer geflüchtet.

Präsident Nkurunziza (Archiv). | Bildquelle: AFP
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Nkurunziza will die Macht nicht abgeben und gefährdet damit den Frieden im Land.

Opposition eingeschüchtert

Auch viele Kritiker Nkurunzizas flohen ins Ausland. Oppositionspolitiker beschwerten sich, sie hätten keinen Wahlkampf führen können, da sie von Sicherheitskräften der Regierung eingeschüchtert worden seien. Drei der acht Kandidaten stiegen vergangene Woche aus dem Rennen um die Präsidentschaft aus, weil die angesetzte Wahl ihrer Meinung nach in dem derzeitigen Klima nicht frei und gerecht ablaufen werde.

UN fordern friedliche Atmosphäre

Schon im Vorfeld hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Behörden aufgerufen, "alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Sicherheit und eine friedliche Atmosphäre während der Wahl zu gewährleisten". Gewalt jeglicher Art müsse von allen Beteiligten unterlassen werden, forderte Ban.

In dem ostafrikanischen Land sind 3,8 Millionen Bürger für die Wahl registriert. Fast 11.500 Wahlstationen sind aufgebaut. Neben Nkurunziza treten drei Bewerber an, die alle mit der regierenden CNDD-FDD verbündet sind.

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