Gewalt in Burundi Oppositionspolitiker ermordet

Stand: 24.05.2015 03:59 Uhr

In Burundi ist der Chef einer Oppositionspartei erschossen worden. Der Angriff droht die Situation weiter zu verschärfen. Kurz zuvor hatten die Gegner von Präsident Nkurunziza mit einer zweitägigen Protestpause begonnen, um dem Dialog mit der Regierung eine Chance zu geben.

Im ostafrikanischen Krisenstaat Burundi ist der Oppositionsführer Zedi Feruzi, Chef der kleinen Oppositionspartei Union für Frieden und Demokratie, ermordet worden. Wie der französische Auslandssender RFI berichtete, wurde er in der Hauptstadt Bujumbura von Unbekannten zusammen mit seinem Leibwächter erschossen.

Kurz nach dem Anschlag hätten die blutige Leiche Feruzis vor dem Haus des Oppositionspolitikers gelegen. Feruzi sei zum Zeitpunkt des Attentats offensichtlich zu Fuß unterwegs gewesen, sagte ein Nachbar laut RFI.

Verschärfung der Lage

Der Angriff auf den Oppositionspolitiker droht die Situation in Burundi weiter zu verschärfen. Erst wenige Stunden zuvor hatten die Gegner von Präsident Pierre Nkurunziza mit einer zweitägigen Protestpause begonnen, um einem Dialog mit der Regierung eine Chance zu geben. Die Gespräche beider Seiten unter Leitung des UN-Sondergesandten Said Djinnit, Vertretern der Afrikanischen Union und Ländern der Region fanden streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit statt.

Burundi wird seit Wochen von Protesten gegen Präsident Pierre Nkurunziza erschüttert. Viele Menschen in dem armen Land wollen verhindern, dass der Staatschef bei Wahlen Ende Juni entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidiert. Auch am Freitag gab es wieder Demonstrationen in verschiedenen Stadtvierteln von Bujumbura.

Putschversuch gescheitert

Seit Beginn der Proteste Ende April sind Menschenrechtlern zufolge bereits mehr als 25 Menschen gestorben. Ein Putschversuch des Militärs scheiterte.

In dem armen Land mit rund zehn Millionen Einwohnern war erst vor zwölf Jahren ein Bürgerkrieg mit über 300 000 Toten beendet worden.

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