Burkina Fasos Putschführer Gilbert Diendere | Bildquelle: dpa

Krise in Burkina Faso Putschführer will Macht abgeben

Stand: 21.09.2015 21:09 Uhr

Er hat offenbar dem Druck der Militärführung nachgegeben: In Burkina Faso will Putschführer Diendere seine vergangene Woche errungene Macht an eine zivile Übergangsregierung abgeben. Zugleich entschuldigte er sich bei der Nation.

Nach dem Staatsstreich in Burkina Faso hat Putschführer Gilbert Diendere angekündigt, die Macht an eine zivile Übergangsregierung abzugeben. Er entschuldigte sich vor Journalisten in Ouagadougo bei der Nation und kündigte die Aufhebung des Hausarrests für den bisherigen Übergangsministerpräsidenten an.

Diendere gab offenbar unter dem Druck der Armeeführung auf, die sich gegen seine Junta gestellt hatte. Sie zog Truppen in der Hauptstadt mit dem Auftrag zusammen, die Junta ohne Blutvergießen zu entwaffnen. Die Putschisten stammen aus der Leibgarde des früheren Präsidenten Blaise Compaoré, der selbst Ende vergangenen Jahres aus dem Amt und aus dem Land getrieben worden war. Sie beklagten, dass ihre Kandidaten nicht zur Präsidentenwahl zugelassen seien.

Friedensplan liegt auf dem Tisch

Am Sonntag hatten internationale Vermittler einen Friedensplan präsentiert. Allerdings ist unklar, ob alle Parteien den Vorschlag akzeptieren. Dieser sieht unter anderem eine Amnestie für die Putschisten vor. Zudem sollen bei der auf den 22. November verschobenen Präsidentschaftswahl nun auch die bislang nicht zugelassenen Kandidaten aus dem Compaoré-Lager antreten dürfen.

Ursprünglich sollte am 11. Oktober ein neuer Präsident gewählt werden. Damit sollte nach dem Sturz von Compaoré 2014 der Übergang zur Demokratie gefestigt werden. Er musste nach 27 Jahren an der Macht nach Massenprotesten ins Ausland fliehen.

Die Putschisten hatten am Mittwoch Übergangspräsident Michel Kafando und mehrere Regierungsmitglieder festgenommen. Am Freitag wurden Kafando und zwei seiner Minister auf internationalen Druck freigelassen.

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