Afghanistan-Abzug: Abkommen mit Türkei über Hafennutzung

Abkommen mit Türkei über Afghanistan-Abzug

Muss der "Marder" nach Deutschland fliegen?

Deutscher Schützenpanzer vom Typ Marder im Bundeswehrlager von Kundus (Bildquelle: AFP)
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Der Schützenpanzer "Marder" ist eins der schwersten Waffensysteme der Bundeswehr in Afghanistan. Sie muss ihn offenbar komplett auf dem Luftweg zurück nach Deutschland bringen.

Die Bundeswehr hat mit der Türkei ein Abkommen zum Rücktransport von Fahrzeugen und Material aus Afghanistan geschlossen. Das teilte ein Sprecher von Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit. Zunächst wurde aber nur eine Absichtserklärung unterzeichnet, die von türkischer Seite noch offiziell ratifiziert werden muss.

Demnach kann der Transport Mitte April beginnen. Ein Großteil der Ausrüstung soll zunächst über den Luftweg von Afghanistan in die türkische Hafenstadt Trabzon und von dort per Schiff nach Deutschland gebracht werden.

Verhandlungen offenbar schwierig

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete unter Berufung auf Bundeswehrkreise, die Verhandlungen mit der Türkei hätten sich nicht einfach gestaltet. Details des Abkommens seien auf Wunsch der türkischen Seite als vertraulich eingestuft worden. Laut ARD-Informationen aus der vergangenen Woche hatte die Türkei darauf beharrt, dass nur Container oder unbewaffnete Fahrzeuge über Trabzon transportiert werden. Zuvor war geplant gewesen, auch Schützenpanzer und andere Waffensysteme in dem Hafen zu verladen.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte nun, "hochpriorisiertes und sicherheitsempfindliches Material" wie Handwaffen oder Fernmeldegerät werde direkt über den Luftweg aus Afghanistan nach Deutschland gebracht. Das gilt laut dpa auch für die schweren Panzerhaubitzen 2000 und Schützenpanzer vom Typ Marder, von denen die Bundeswehr jeweils mehrere in Afghanistan einsetzt. Beide Panzertypen waren auch auf dem Luftweg dorthin gebracht worden.

Kampfeinsatz soll kommendes Jahr enden

De Maizière will noch vor der Bundestagswahl im September ein Konzept für den Afghanistan-Abzug vorlegen. Nach zwölf Jahren soll die Bundeswehr Ende 2014 ihren Kampfeinsatz in dem Land beenden. Nach bisherigen Plänen soll die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan bis Ende Februar nächsten Jahres von derzeit rund 4400 auf 3300 sinken.

Die NATO will sich nach 2014 auf die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte konzentrieren. Auch deutsche Soldaten sollen dazu in dem Land bleiben.

Stand: 15.03.2013 20:47 Uhr

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