Ein Bundeswehr-Airbus, wie hier vom Typ A310, hat in Syrien erstmals Kampfjets der internationalen Koalition betankt. | Bildquelle: dpa

Kampf gegen den IS in Syrien Bundeswehr unterstützt erste Luftangriffe

Stand: 16.12.2015 03:28 Uhr

Die Bundeswehr hat mit ihrer Unterstützung im Kampf gegen den "Islamischen Staat" in Syrien begonnen. Erstmals betankten deutsche Flugzeuge Kampfjets der internationalen Koalition, die die Terrormiliz durch Luftangriffe schwächen sollen.

Die Bundeswehr hat sich erstmals aktiv am Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien beteiligt. Um Luftangriffe gegen den IS zu unterstützen, wurden in der Nacht zweimal Kampfjets der internationalen Koalition von einem deutschen Flugzeug betankt. Das teilte ein Sprecher der Bundeswehr der Deutschen Presse-Agentur mit. Für diesen ersten Einsatz sei der Bundeswehr-Airbus vom Typ A310 insgesamt fünf Stunden in der Luft gewesen.

Die Beteiligung der deutschen Streitkräfte am Kampf gegen die Terrororganisation hatte der Bundestag Anfang des Monats als Reaktion auf die Attentate von Paris mit großer Mehrheit beschlossen. Bei den Anschlägen waren 130 Menschen ums Leben gekommen.

Tornados sollen ab Januar zu Aufklärungsflügen starten

Insgesamt sollen bis zu 1200 Soldaten bei der Mission eingesetzt werden. Bereits am vergangenen Donnerstag waren die ersten beiden Tornado-Flugzeuge der Bundeswehr im türkischen Incirlik gelandet. Die Tornados - insgesamt sechs - sollen ab Januar Aufklärungsflüge über dem syrischen Kriegsgebiet fliegen. Zudem stellte Deutschland auch eine Fregatte zur Verfügung, die den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" schützt.

Erste Maschinen ohne Kameras

Die ersten beiden Tornados der Bundeswehr sind jedoch technisch nicht dafür ausgerüstet, die elektronischen Kameras für Luftaufklärung zu führen. Ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte entsprechende Informationen des Verteidigungsexperten Thomas Wiegold, der in seinem Blog "Augen geradeaus" darüber berichtet hatte. Die beiden Tornados sollten im Januar durch andere Maschinen ersetzt werden, so Wiegold. Zunächst gehe es darum, die fliegerischen Verfahren in der Türkei zu erproben. Dafür sei es unerheblich, ob die Maschinen bereits jetzt mit der Aufklärungstechnik fliegen können.

Der Einsatz in der Türkei ist der dritte offensive Kampfeinsatz in der 60-jährigen Geschichte der Bundeswehr: 1999 beteiligte sie sich am Kosovo-Krieg und erst im vergangenen Jahr endete der NATO-Kampfeinsatz in Afghanistan, an dem sich ebenfalls deutsche Soldaten beteiligt hatten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Dezember 2015 um 09:00 Uhr.

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