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Afghanische Behörden jetzt zuständig
Bundeswehr gibt Verantwortung für Kundus ab
Die Bundeswehr hat die Verantwortung für den Großteil der nordafghanischen Provinz Kundus an die örtlichen Behörden übergeben. Betroffen sind neben Kundus-Stadt fünf der sechs Distrikte der Provinz Kundus.
"Die afghanischen Sicherheitskräfte sind jetzt in der Lage, eigenständig die Sicherheit in der Provinz Kundus zu garantieren", sagte der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF in Nordafghanistan, Erich Pfeffer.
Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam erklärte, die Übergabe bedeute allerdings nicht, dass die ISAF nun nicht mehr in der Provinz präsent sei. Die Afghanen würden bei den Aktionen aber künftig immer mehr in die erste Reihe treten.
Afghanistans Innenminister Bismillah Khan Mohammadi sagte bei der Übergabezeremonie, die Sicherheitslage in Kundus habe sich "deutlich zum Positiven" verändert.
"Wir sind auf Kurs, den Abzug der internationalen und der deutschen Kampftruppen bis Ende 2014 zu verwirklichen", sagte Außenminister Guido Westerwelle nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes. Die Übergabe der Verantwortung in Kundus zeige "die Fortschritte unserer Afghanistan-Strategie", so Westerwelle.
Seit 2003 vor Ort
Die Bundeswehr betreibt in Kundus bereits seit 2003 ein Feldlager. Es war der erste deutsche Stützpunkt außerhalb der Hauptstadt Kabul und lange der gefährlichste Einsatzort der deutschen Soldaten. Seit Beginn des Bundeswehr-Einsatzes in Kundus Ende 2003 wurden in der Provinz 15 deutsche Soldaten bei Anschlägen und Angriffen getötet - mehr als in jeder anderen Region Afghanistans. Insgesamt kostete der Afghanistan-Einsatz 52 Soldaten der Bundeswehr das Leben. Zuletzt hatte sich die Lage dort allerdings stabilisiert. Normalerweise sind in Kundus etwa 1200 deutsche Soldaten stationiert, derzeit sind es wegen des Truppentauschs mehr.
Stand: 11.07.2012 16:07 Uhr
