Hisbollah weist Verantwortung für Anschlag von Burgas zurück

Attentat auf israelische Touristen in Burgas vor einem Jahr

Hisbollah weist Verantwortung für Anschlag zurück

Die radikal-islamische Hisbollah hat die Verantwortung für den Bombenanschlag auf israelische Touristen im vergangenen Sommer in Bulgarien zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien Teil einer Hetzkampagne Israels gegen seine Organisation, sagte der stellvertretende Hisbollah-Führer Naim Kassem in Beirut. Israel greife zu solchen Anschuldigungen, nachdem es dem Land nicht gelungen sei, die Hisbollah im Libanonkrieg militärisch zu besiegen.

Israel hatte bereits direkt nach dem Anschlag die Hisbollah hinter dem Attentat vermutet. Am Dienstag hatte die bulgarischen Regierung einen Untersuchungsbericht vorgelegt, der ebenfalls eine Verbindung zur Hisbollah herstellt.

Ein Attentäter hatte sich am 18. Juli in Burgas am Schwarzen Meer in einem Bus in die Luft gesprengt, in dem sich eine israelische Touristengruppe befand. Er riss fünf Israelis und den bulgarischen Busfahrer mit in den Tod. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt.

Rauch steigt über dem Flughafen von Burgas in den Himmel (Bildquelle: AFP)
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Bei dem Attentat im Juli 2012 kamen sieben Menschen ums Leben, 30 wurden verletzt.

Ein zerstörter Bus wird abtransportiert. (Bildquelle: REUTERS)
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Auf diesen Bus wurde der Bombenanschlag verübt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich besorgt über die neuen Erkenntnisse der bulgarischen Regierung. "Wenn sich die Beweise erhärten, dass tatsächlich die Hisbollah für diesen verabscheuungswürdigen Anschlag verantwortlich ist, müssen Konsequenzen gezogen werden", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Attentat habe sich gegen den Staat Israel und seine Bürger gerichtet.

Israel und USA fordern die EU zum Handeln auf

Israel fordert seit Jahren, dass die Europäische Union die Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen setzt. Der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Philipp Mißfelder, sprach sich für eine intensive Diskussion darüber aus. "Dies würde die Miliz an ihrer empfindlichsten Stelle treffen, da damit gleichzeitig Vermögenswerte eingefroren und Geldflüsse in Europa unterbunden würden."

Auch die USA fordern von Europa ein verstärktes Engagement gegen die Hisbollah. Die EU-Staaten müssten "proaktiv" vorgehen und Infrastruktur, Finanzierung und Netzwerke der Hisbollah aufdecken, erklärte der Anti-Terror-Berater der US-Regierung, John Brennan. Der Anschlag von Burgas habe die Hisbollah als "Terrorgruppe" entlarvt. Die Miliz stelle eine "zunehmende Gefahr für Europa und die Welt" dar.

EU gibt sich zurückhaltend

In der Europäischen Union gibt es allerdings offenbar keine Bereitsschaft, die libanesische Hisbollah-Bewegung als Terrororganisation einzustufen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP lehnen dies mehrere EU-Staaten, allen voran Frankreich, Italien, Zypern und Malta, ab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Juli 2013 um 16:00 Uhr.

Stand: 06.02.2013 19:43 Uhr

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