Proteste in Bukarest gegen Korruption nach Brand in Nachtclub

Nach Brandunglück in Bukarester Nachtclub Tausende protestieren gegen Korruption

Stand: 03.11.2015 21:55 Uhr

Tausende Menschen sind in Bukarest auf die Straße gegangen und haben den Rücktritt von Regierungschef Ponta gefordert. Sie sind überzeugt: Korruption steckt hinter dem Brandunglück in einem Nachtclub mit 32 Toten in der vergangenen Woche.

Nach dem verheerenden Brand in einem Nachtclub haben in Bukarest zahlreiche Menschen gegen die Regierung demonstriert. Wie Medien vor Ort berichteten, gingen mehr als zehntausend Demonstranten auf die Straße. Sie werfen der Regierung Inkompetenz und Korruption vor.

Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 32 gestiegen. Zahlreiche weitere Verletzte schweben noch in Lebensgefahr.

Vorwurf: Betriebsgenehmigung mit Schmiergeld gekauft

"Korruption, Habgier und Gleichgültigkeit bringen Rumänien um", war auf einem Plakat der Demonstranten zu lesen. Sie verlangten den Rücktritt des Ministerpräsidenten Victor Ponta, des Innenministers Gabriel Oprea und des Stadtteil-Bürgermeisters Cristian Popescu Piedone. Rumäniens Präsident Klaus Iohannis hatte nach dem Unglück eine "Inkompetenz der Behörden" gebrandmarkt und ein Ende der Korruption gefordert.

Viele Rumänen sehen in dem Unglück eine Folge von Korruption. Sie sagen, der Besitzer habe seine Betriebsgenehmigung mit Schmiergeld erkauft, um nicht zu kostspieligen Investitionen in den Brandschutz gezwungen zu werden. Bewiesen ist das nicht. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt und hat die drei Eigentümer des Lokals festnehmen lassen. Sie wirft ihnen fahrlässige Tötung und Körperverletzung vor. Sie ermittelt auch gegen die Stadtverwaltung.

Keine feuerfeste Wandverkleidung

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verursachte eine Feuerwerksshow während des Konzerts einer Band den Brand. Die leicht brennbare schalldichte Verkleidung des Raums habe das Feuer begünstigt. Die Eigentümer hätten aus Kostengründen keine feuerfeste Wandverkleidung anbringen wollen. Für die Pyrotechnik hatte der Keller-Club keine behördliche Genehmigung.

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