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Bugarach nach dem vermeintlichen Weltuntergang

Orchideen statt Apokalypse

Am Ende kamen sie doch nicht, die Außerirdischen. Das kleine Dorf Bugarach ist - wie der Rest der Welt - vom Untergang verschont geblieben. Die Dorfbewohner sind erleichtert, dass der Trubel ein Ende hat. Der Bürgermeister hofft dennoch auf Besuch - aber nicht von Aliens, sondern von Touristen.

Von Daniela Kahls, MDR-Hörfunkstudio Paris

Das kleine Pyrenäendorf Bugarach am Tag nach dem vermeintlichen Weltuntergang: Das idyllische Fleckchen Erde gehört wieder den Hühnern, Schafen, Kühen, Pferden und den eigentlich zurückgezogenen Dorfbewohnern. Die meisten von den 300 Journalisten, die das Dorf gestern heimgesucht haben, sind schon längst wieder auf dem Weg Richtung Heimat. Und so wird Bugarach wieder das, was es eigentlich ist: ein kleines verschlafenes Dörfchen am Fuße des Hochgebirges in Südfrankreich. 

Am Tag nach der "Apokalypse" in Bugarach
D. Kahls, MDR Paris zzt. Bugarach
21.12.2012 22:16 Uhr

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Ein Karneval der Aliens

Gestern allerdings war Bugarach im absoluten Ausnahmezustand. Journalisten aus aller Welt hatten das Dorf belagert, Satellitenübertragungswagen hatten die Dorfwiese in einen schlammigen Morast verwandelt. 

All das, weil die Mär umging, dass unzählige Esoteriker nach Bugarach kommen würden, um hier von Außerirdischen vor dem Weltuntergang gerettet zu werden. Die Dorfbewohner hatten das Treiben einfach nur staunend beobachtet.

Andere wiederum haben aus dem Weltuntergangs-Trubel eine Art Außerirdischen-Karneval gemacht. Zahlreiche als Außerirdische Verkleidete hatten auf den Straßen von Bugarach gefeiert und hatten sich zum Beispiel im Gesicht grün angemalt.

Verkleidete Touristen in Bugarach
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Das sind doch... genau: Touristen, die sich als Aliens verkleidet haben. In Bugarach wimmelte es von solchen "Außerirdischen". Nur die wirklichen Aliens ließen sich nicht blicken.

Orchideen statt Untergang

Enttäuschung darüber, dass die Außerirdischen nun doch nicht gekommen sind, ist nicht zu spüren. Eher Erleichterung darüber, dass der Trubel nun vorbei ist. Der Bürgermeister hofft, dass das kleine Bugarach auch in Zukunft davon profitiert, dass es nun in aller Welt medial präsent war. 

Übertragungswagen in Bugarach warten auf den Weltuntergang
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Sie kamen, fillmten - und hinterließen Matsch: Mehr als 300 Journalisten waren nach Bugarach gekommen.

Denn für Urlauber sei Bugarach eine tolle Gegend, rührt Jean-Pierre Delord die Werbetrommel: "Die Urlauber sollten am besten im Juni kommen, dann können sie die wunderschönen Orchideen fotografieren, die am Fuße des Berges von Bugarach wachsen."

Folgerichtig haben die Journalisten bei jeder Pressekonferenz im Partyzelt auf der Wiese auch eine Tüte mit Touristeninformationen über die Region in die Hand gedrückt bekommen.  Der Weltuntergang, der nun doch nicht stattgefunden hat, war für das kleine Dorf Bugarach auch ein PR-Coup, wie ihn der beste Werbeprofi sich nicht hätte ausdenken können. 

Stand: 22.12.2012 00:19 Uhr

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