Schlusslicht

 Büste des Fußallspielers Gareth Bale | Bildquelle: dpa

Spott über Bronzeskulpturen Erst Ronaldo, jetzt Bale

Stand: 01.06.2017 15:15 Uhr

Der Bildhauer Emanuel Santos wurde berühmt mit seiner vielfach verspotteten Skulptur von Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Nun hat er dessen Teamkollegen Gareth Bale in Bronze verewigt - auch diesmal lässt der Hohn nicht auf sich warten.

Von Günter Marks, tagesschau.de

Mit Spott kann der Bildhauer Emanuel Santos offenbar sehr gut leben. Vielleicht provoziert er ihn sogar bewusst. Zwei Tage vor dem Endspiel der Fußball Champions League in der walisischen Hauptstadt Cardiff enthüllte er dort eine Büste des Fußballspielers Gareth Bale. Bale ist vor allem in seiner Heimat Wales ein Megastar. Am Samstag wird er in Cardiff mit seiner Mannschaft Real Madrid gegen Juventus Turin um den wichtigsten Pokal im europäischen Vereinsfußball spielen.

Die Vorbereitung für das Spiel wird für Bale nun wohl von einer gewissen Unsicherheit geprägt gewesen sein, denn Santos gilt eher als berüchtigt für seine künstlerische Ausdrucksform. Vor einigen Wochen hatte er schon Bales Mannschaftskollegen und Weltfußballer Cristiano Ronaldo in dessen portugiesischer Heimat Madeira mit einer Bronzebüste präsentiert.

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Remember #RonaldoBust? The same sculptor made a Gareth Bale statue and it’s just as bad https://t.co/4VsmbGUSub https://t.co/wg86uEJqNT

Wieherndes Pferd

Die Präsentation provozierte in der Öffentlichkeit vor allem Gelächter. Denn Ronaldo sah für viele eher aus wie ein wieherndes Pferd, als einer der besten Fußballer der Welt. Das wiehernde Pferd ist noch einer der harmloseren Vergleiche, die vor allem im Internet formuliert wurden. "Es ist Geschmackssache", sagte Santos dem brasilianischen TV-Sender Globo Sports. Ronaldo zumindest sei zufrieden gewesen.

Alle bei der Enthüllung von Bales Büste in Cardiff Anwesenden waren nun gespannt, was wohl kommen mag. Aber die Befürchtungen bestätigten sich nur zum Teil. Der große Spott blieb aus. Vor allem die britischen Medien gestanden Santos zu, dass die jüngste Skulptur besser gelungen sei als die von Ronaldo.

"Er scheint seine Fähigkeiten in der Zwischenzeit verbessert zu haben", schrieb der "Telegraph". Aber "dennoch legen das klobige Gesicht und der strenge, weit entfernte Blick nahe, dass es sich eher um eine Hommage an einen Gareth Bale aus der Zukunft als an den der Gegenwart handelt", kommentierte das Blatt. Mehr Hohn gab es bei Twitter.

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Gareth Bale statue Sculpture behind Ronaldo bust creates THIS for Welsh footballer #TODAY https://t.co/W1KB6FfEYG https://t.co/PpJWiA0xle

Nächstes "Opfer"

Santos handelte in Cardiff nicht unvorbereitet. Auf den Sockel unter Bales Büste hatte er mit einer gewissen Selbstironie geschrieben: "Von Emanuel Santos, Bildhauer - ja, er schon wieder."

Das hätte durchaus als Entschuldigung im Voraus gewertet werden können. Aber vielmehr deutet es darauf hin, dass das noch lange nicht alles ist, was die interessierte Öffentlichkeit von Santos zu erwarten hat. Offenbar gilt für ihn die Prämisse, auch ein schlechtes Werk bringt Folgeaufträge. Zumindest verhilft ihm die Diskussion über sein Schaffen zu einer bemerkenswerten Berühmtheit.

Der Zeitung "La Vanguardia" aus Barcelona zufolge hat Santos schon ein nächstes "Opfer" im Visier: Auch Real-Madrid-Star Sergio Ramos soll in Bronze verewigt werden.

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