Polizist beim Fluchtauto in Brüssel | Bildquelle: AFP

Verdächtiger gestoppt Wilde Verfolgungsjagd in Brüssel

Stand: 08.08.2017 21:45 Uhr

Die Szene glich einem Actionfilm. Ein Mann raste in seinem Auto durch Brüssel, überfuhr rote Ampeln, rammte andere Autos. Auch Schüsse der Polizei stoppten ihn nicht. Als er doch gestellt wurde, rief er, im Auto sei Sprengstoff.

Von Andreas Meyer-Feist, ARD-Studio Brüssel

Die Verfolgungsjagd begann am frühen Abend: Ein Mann fuhr mit hoher Geschwindigkeit durch die Stadt, überfuhr rote Ampeln und stieß mit parkenden Fahrzeugen zusammen. Die Polizei nahm die Verfolgung auf.

Sie versuchte, das Auto mit Schüssen zu stoppen. Der Mann schaffte es aber, das Fahrzeug erneut zu starten und weiterzufahren. Erneut stieß er mit anderen Fahrzeugen zusammen. Erst im Brüsseler Stadteil Molenbeek endete die kilometerlange Fahrt, die im Brüsseler Bezirk Anderlecht begonnen hatte.

Angeblich Sprengstoff im Auto

Der flüchtende Fahrer konnte durch quer gestellte Polizeifahrzeuge angehalten werden. Er stieg aus dem Auto und sagte, er habe Sprengstoff im Wagen. Der Mann wurde festgenommen, mehrere Straßenzüge wurden abgesperrt. Menschen konnten nicht aus ihren Wohnungen. Läden und Kaufhäuser in der Umgebung wurden geschlossen.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Fahrer um einen 36-Jährigen aus Ruanda. Er soll bis 2009 in Belgien gelebt haben und heute in Deutschland gemeldet sein. Gerichtsbekannt ist er nicht.

Ein Bombenräumkommando untersuchte den Wagen und fand nichts Verdächtiges.

Stadt seit Monaten in Alarmbereitschaft

Brüssel befindet sich seit vielen Monaten in Alarmbereitschaft. Die Angst vor neuen Anschlägen ist groß. Im März 2016 hatte es Attentate auf den Brüsseler Flughafen und auf eine U-Bahn-Station im EU-Viertel mit mehr als 30 Toten gegeben.

Auch viele der mutmaßlichen Täter der Pariser Anschläge vom November 2015 lebten im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Die Polizei verfügt seitdem auch in Belgien über weitreichende Rechte gegenüber verdächtigen Personen. Militär patrouilliert auf den Straßen. Allerdings ist deren Präsenz in den Sommermonaten ausgedünnt worden. 

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