Absperrungen bei Anti-Terror-Einsatz in Brüssel  | Bildquelle: AFP

Nach Anti-Terror-Einsatz in Brüssel IS-Flagge bei Razzia gefunden

Stand: 16.03.2016 18:34 Uhr

Der Mann, der bei dem Anti-Terror-Einsatz gestern in Brüssel getötet wurde, sympathisierte höchstwahrscheinlich mit dem IS. Das teilten die Ermittler mit. Nach zwei Verdächtigen wird noch gefahndet. In Paris wurden unterdessen vier mutmaßliche Islamisten festgenommen.

Die belgischen Ermittler Eric Van Der Sypt und Thierry Werts informieren die Presse. | Bildquelle: dpa
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Die belgischen Ermittler Eric Van Der Sypt und Thierry Werts informierten die Presse.

Nach dem Anti-Terror-Einsatz in Brüssel haben die Ermittler erste Details bekannt gegeben: Bei dem Bewaffneten, den die Polizisten gestern in der Wohnung im Stadtteil Forest erschossen, handelt es sich den Angaben zufolge um einen 35-jährigen Algerier, der sich illegal in Belgien aufhielt. Er sympathisierte offenbar mit der Terrormiliz "Islamischer Staat". Bei ihm seien eine Kalaschnikow, Munition, eine IS-Flagge sowie einschlägige islamistische Literatur gefunden worden. Der Polizei war er bislang nur wegen eines Diebstahl-Delikts bekannt.

Zwei Verdächtige sind nach Angaben der Ermittler noch auf der Flucht. Sie wollen während der Razzia in Forest auf Polizisten geschossen haben.

Zwei zunächst festgenommene Männer sind hingegen wieder auf freiem Fuß. Sie waren unabhängig voneinander festgenommen worden. Ein Mann war mit einem gebrochenen Bein in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Weil sein Begleiter beim Anblick der Polizisten die Flucht ergriff, erweckte er den Verdacht der Ermittler. Der zweite Mann war bei Durchsuchungen in Forest festgenommen worden.

Anti-Terroreinsatz in Brüssel
tagesschau 14:00 Uhr, 16.03.2016, Bettina Scharkus, ARD Brüssel

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Vier Polizisten verletzt

Vier belgische und zwei französische Polizisten hatten gestern in Brüssel eine Wohnung überprüfen wollen. Sie hatten ein leeres Appartement erwartet, doch nach Angaben der Staatsanwaltschaft eröffneten mindestens zwei Personen sofort das Feuer auf sie, als sie die Tür aufbrachen. Vier Polizisten wurden verletzt.

Fahndungsfoto von Salah Abdeslam | Bildquelle: dpa
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Die französische Polizei schrieb den 26-jährigen Salah Abdeslam zur Fahndung aus.

Die Razzia stand der belgischen Polizei zufolge im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris, bei denen im November 130 Menschen getötet wurden. Brüssel ist wegen der islamistischen Attentate wiederholt in den Fokus geraten. Mehrere mutmaßliche Attentäter des "Islamischen Staats" hatten Verbindungen in die belgische Hauptstadt. Gesucht wird nach wie vor der Hauptverdächtige der Pariser Attentate, der in Brüssel geborene Salah Abdeslam. Sein Bruder war einer der Selbstmordattentäter.

Verdächtige wegen Anschlagsplans in Paris festgenommen

In Paris wurden unterdessen laut übereinstimmenden Medienberichten vier mutmaßliche Islamisten festgenommen. Die drei Männer und eine Frau seien am Morgen in Paris und im nördlich angrenzenden Département Seine-Saint-Denis gefasst worden, berichtet etwa der TV-Sender TF1. Sie stünden im Verdacht, einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag im Zentrum von Paris geplant zu haben.

Brüsseler Anti-Terror-Aktion: Spur führt zum IS
A. Meyer-Feist, HR Brüssel
16.03.2016 13:47 Uhr

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