Kanzlerin Merkel | Bildquelle: dpa

Merkel zu Anschlägen in Brüssel "Freie Gesellschaften sind stärker als Terror"

Stand: 22.03.2016 18:35 Uhr

Entschlossen und einig gegen Terror: Kanzlerin Merkel hat Europa nach den Anschlägen von Brüssel zu einer geschlossenen Reaktion aufgerufen. Den Belgiern sagte sie ihre Solidarität zu. Frankreichs Regierung sprach von "Kriegsakten" gegen Europa.

Kanzlerin Angela Merkel hat Europa nach den islamistischen Terroranschlägen von Brüssel zu einer geschlossenen Reaktion aufgerufen. "Die Täter sind Feinde aller Werte, für die Europa heute steht und zu denen wir uns gemeinsam als Mitglieder der Europäischen Union bekennen", sagte sie. Es gehe um die Werte der Freiheit, der Demokratie und des friedlichen Zusammenlebens als selbstbewusste Bürger. Freie Gesellschaften seien stärker als der Terrorismus.

Die Anschläge verurteilte sie scharf: "Die Mörder von Brüssel sind Terroristen ohne Rücksicht auf die Gebote der Menschlichkeit." Das Entsetzen sei ebenso grenzenlos wie die Entschlossenheit, den Terrorismus zu besiegen. Dem belgischen Premierminister Charles Michel habe sie die deutsche Unterstützung zugesichert. Deutschland werde in jeder Weise mit Belgien zusammenarbeiten, um die Schuldigen zu finden und zu bestrafen. Den Opfern und ihren Angehörigen sprach Merkel ihr Mitgefühl aus.

Stellungnahme von Bundeskanzlerin Merkel zu den Anschlägen
tagesschau 17:00 Uhr, 22.03.2016

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"Getroffen von diesem Anschlag"

Ähnlich hatten sich zuvor auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Thomas de Maizière geäußert. Die Ziele der Anschläge - ein internationaler Flughafen und eine U-Bahn-Station in der Nähe von EU-Institutionen - sprächen "dafür, dass dieser terroristische Anschlag nicht nur Belgien galt. Sondern unserer Freiheit, unserer Bewegungsfreiheit, der Mobilität und allen, die Teil der EU sind", sagte de Maizière. "Deswegen fühlen wir uns genauso getroffen von diesem Anschlag", sagte er.

De Maizière forderte, den Kampf gegen extremistische Organisationen "entschlossen und hart" weiterzuführen. Es sei nicht auszuschließen, dass Maßnahmen wie die jüngsten Festnahmen im Zusammenhang mit den Paris-Attentaten dazu führen könnten, "dass der Terrorismus Gewalt noch stärker ausübt und als Reaktion darauf extra Anschläge begehen könnte", sagte er.

Dennoch gelte: "Ein Zurückweichen darf es nicht geben." Bislang gebe es keinerlei Hinweise auf einen Deutschlandbezug der Täter von Brüssel, sagte der Minister. Dennoch seien die Vorkehrungen im Grenzraum zu Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Frankreich verstärkt worden.

Die Staats- und Regierungschefs der 28 EU-Staaten sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von einem "Angriff auf unsere offene demokratische Gesellschaft". Sie kündigten an, gemeinsam und "mit allen notwendigen Mitteln" gegen terroristische Bedrohungen vorzugehen.

Frankreich spricht von "Kriegsakten"

"Der Terrorismus hat Belgien getroffen, aber Europa war das Ziel, und die ganze Welt ist betroffen, sagte Frankreichs Präsident François Hollande." Man habe es mit einer globalen Herausforderung zu tun, die globale Antworten erforderten. Premier Manuel Valls sprach von "Kriegsakten". "Ich möchte meine Solidarität gegenüber der belgischen Regierung, unseren belgischen Freunden ausdrücken, sagte er. "Wir sind im Krieg. Wir erleiden in Europa seit mehreren Monaten Kriegsakte." Frankreichs Regierung hatte nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 immer wieder von einem Krieg gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gesprochen.

Entsetzen, Wut und Solidaritätsbekundungen kamen auch von der EU-Kommission, aus den Niederlanden sowie von US-Präsident Barack Obama. Die Taten seien eine Erinnerung daran, dass die Welt zusammenstehen müsse, sagte Obama.

Von einem "tragischen und schwarzen Tag" für Belgien sprach Ministerpräsident Charles Michel. "Wir fürchteten einen Terroranschlag, und das ist eingetreten", sagte er. Er verurteilte die Anschläge als "blind, gewaltsam und feige". Laut Michel wappnet sich Belgien gegen mögliche weitere Anschläge: Die Sicherheitskräfte bemühten sich, die Sicherheit weiterer Orte zu gewährleisten.

Charles Michel, Premierminister Belgien, Statement zu den Explosionen in Brüssel
tagesschau Extra 12:00 Uhr, 22.03.2016

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