Demonstranten in Brüssel | Bildquelle: dpa

Trauerkundgebung in Brüssel gestört Politischer Streit nach Hooligan-Krawallen

Stand: 28.03.2016 05:21 Uhr

Die Sicherheitsbehörden waren bereits einen Tag zuvor gewarnt, dennoch konnten die rund 400 Hooligans nach Brüssel reisen, um auf der Trauerfeier für die Opfer der jüngsten Anschläge zu randalieren. Die Schuld daran gibt Brüssels Bürgermeister Mayeur auch Innenminister Jambon.

Die Randale Hunderter teils rechtsradikaler Hooligans auf dem Brüsseler Börsenplatz hat in Belgien einen politischen Streit entfacht. Bürgermeister Yvan Mayeur erhob im Sender RTL schwere Vorwürfe. Die Sicherheitsbehörden hätten ihn bereits am Vortag vor "400 Verrückten" gewarnt, die nach Brüssel kommen wollten.

Kritik am Innenminister

Er beschwerte sich darüber, dass die Polizei des Ortes Vilvoorde nördlich von Brüssel die Hooligans nicht aufgehalten habe. Über Vilvoorde war der Großteil der Unruhestifter überwiegend aus Antwerpen angereist. Auch dem Innenminister Jan Jambon warf Mayeur Nachlässigkeit vor.

Etwa 400 Hooligans hatten Sonntagnachmittag eine friedliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge gestört, zu denen sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt hatte. Die Hooligans hatten unter anderem "Alle gemeinsam gegen den 'Islamischen Staat'" skandiert. Medien berichteten zudem von ausländerfeindlichen Slogans und vereinzelten Hitlergrüßen.

Hunderte Hooligans stören Trauer um Terroropfer in Brüssel
tagesthemen 23:40 Uhr, 27.03.2016, Armin Stauth, ARD Brüssel

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Ein zerrissenes Land

In den Vorwürfen Mayeurs spiegelt sich auch die Zerrissenheit Belgiens mit seinem französischsprachigen Süden (Wallonie) und dem Niederländisch sprechenden Norden (Flandern). Der Brüsseler Bürgermeister ist französischsprachiger Sozialist. Zwar verurteilten die flämischen Christdemokraten, Liberalen, Grünen und Sozialisten die Vorfälle am Börsenplatz in einer Stellungnahme. Der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever verzichtete aber ausdrücklich auf eine Distanzierung. De Wever ist Vorsitzender der flämischen Nationalisten-Partei N-VA von Innenminister Jambon.

Der sozialistische Bürgermeister von Vilvoorde, Hans Bonte, hatte zuvor erklärt, er habe den Mob bewusst passieren lassen, um "zu viel Frust" zu vermeiden. "In Abstimmung mit der Polizei und dem Sicherheitsdienst Securail haben wir entschieden, sie den Zug nehmen zu lassen." Dies sei unter Aufsicht der Vilvoorder Polizei und in Abstimmung mit den Brüsseler Behörden geschehen.

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