Briefkästen in Athen | Bildquelle: AFP

Adressaten im Ausland Weitere Paketbomben in Athen entdeckt

Stand: 21.03.2017 02:02 Uhr

Griechische Sicherheitsexperten haben weitere explosive Sendungen abgefangen. Sie sollten an verschiedene Persönlichkeiten und Institutionen außerhalb Griechenlands gehen. Vergangene Woche hatten ähnliche Sendungen das Bundesfinanzministerium und den IWF erreicht.

Nach dem Versand von Paketbomben an das Berliner Finanzministerium und den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Paris hat die griechische Polizei in einem Briefzentrum bei Athen acht weitere verdächtige Pakete abgefangen. Diese seien an "Beamte in europäischen Ländern" sowie an internationale Finanzorganisationen adressiert gewesen, teilte die Polizei mit.

In der Poststelle des Bundesfinanzministeriums in Berlin war am Mittwoch vergangener Woche ein Paket mit einem explosiven Stoff eingegangen. Die Berliner Polizei konnte die Sendung unschädlich machen. Das Paket war an Finanzminister Wolfgang Schäuble adressiert. Am Donnerstag wurde am Pariser IWF-Sitz dann aber eine Mitarbeiterin an Gesicht und Händen verletzt, als sie eine mit Sprengstoff gefüllte Sendung öffnete.

Polizisten rücken in Schutzausrüstung vor. | Bildquelle: AFP
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Polizeieinsatz im Pariser IWF-Büro: Eine Briefbombe war explodiert.

Absender wahrscheinlich Linksextremisten

Absender war in beiden Fällen mutmaßlich die linksextremistische griechische Gruppierung "Verschwörung der Feuerzellen", die eigentlich schon vor Jahren zerschlagen worden war. Ihr werden Dutzende nicht tödlicher Brand- und Paketbombenanschläge in Griechenland zur Last gelegt.

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Pakete geöffnet werden, hatten die Täter griechische Finanzbeamte und Gelehrte als Absender vorgetäuscht.

Nach Angaben aus französischen Ermittlerkreisen bestand die Paketbombe in Paris aus zwei Röhrchen Schwarzpulver und einem selbstgebauten Zünder. Wie ein griechischer Polizeivertreter sagte, enthielten die nun gefundenen Pakete "einen ähnlichen Mechanismus".

IWF und Finanzministerium Feindbilder

Das Bundesfinanzministerium und der IWF spielen eine zentrale Rolle in den Verhandlungen zur Überwindung der griechischen Schuldenkrise und sind wegen ihrer Forderungen nach strikten Sparmaßnahmen für viele Griechen Feindbilder. Kritiker werfen den internationalen Gläubigern vor, eine Erholung der griechischen Wirtschaft durch zu harte Auflagen zum Abbau des Schuldenbergs verhindert zu haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. März 2017 um 02:08 Uhr.

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