Michel Barnier und David Davis | Bildquelle: AFP

Brexit-Verhandlungen Der Beginn einer langen Reise

Stand: 20.06.2017 01:04 Uhr

Intensives Händeschütteln und freundliche Worte zum Auftakt der Brexit-Verhandlungen: Die Unterhändler Barnier und Davis bemühten sich um eine entspannte Atmosphäre. Und sie einigten sich auf einen Fahrplan.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Dieses erste Treffen war wertvoll, um einen guten Start hinzulegen, sagte Michel Barnier, der die Brexit-Verhandlungen für die EU führt. Nun steht der Fahrplan für die Brexit-Verhandlungen. Jeden Monat wollen die Unterhändler eine Woche lang verhandeln. Das nächste Treffen wird am 17. Juli stattfinden. Dazwischen wird an Vorschlägen gearbeitet, die untereinander ausgetauscht werden, sagte Barnier.

Beginn der Brexit-Verhandlungen
tagesthemen 22:15 Uhr, 19.06.2017, Michael Grytz, ARD Brüssel

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Zunächst geht es ums Geld

Inhaltlich sollen zunächst die Rechte der EU-Bürger, die in Großbritannien leben und arbeiten, und der Briten in der Europäischen Union geklärt werden. Auch die Finanzforderungen der EU an Großbritannien werden gleich zu Anfang verhandelt. Erst, wenn es hier ausreichende Fortschritte gibt, wird über das künftige Verhältnis gesprochen, zum Beispiel über ein mögliches Handelsabkommen. In diesem Punkt hat sich die EU gegenüber Großbritannien durchgesetzt.

Nordirland-Verhandlungen erst später

Anders als von der EU geplant, werden die Verhandlungen über die historisch schwierige Grenze zwischen Irland und Nordirland, die in Zukunft EU-Außengrenze wird, erst später beginnen. Offenbar ein Zugeständnis an die Briten. "Was Nordirland betrifft, nehmen wir uns Zeit, denn die Lage ist sehr komplex und sensibel", sagte Brexit-Minister David Davis. Andere Punkte könnten schneller geklärt werden.

Kein Binnenmarkt mehr und keine Zollunion

Davis machte noch einmal klar, dass Großbritannien nicht nur die EU, sondern auch den europäischen Binnenmarkt und die Zollunion verlassen will. Denn ein Verbleib im Binnenmarkt bedeutet, dass Großbritannien die Zuwanderung von EU-Bürgern nicht allein bestimmen kann. Und Mitglieder der Zollunion dürfen nicht eigenmächtig Verträge mit anderen Staaten schließen.

Für EU und Großbritannien ist ein faires Abkommen möglich, und das ist besser als gar kein Abkommen, bekräftigte der Franzose Michel Barnier.

Der Weg ist lang und die Uhr tickt

Auch der Brite David Davis sprach von einem "viel versprechenden Start" der Verhandlungen. Doch es sei zunächst nur "der Beginn einer Reise". Der Weg sei noch lang, sagte Davis.

Der Weg ist lang und die Uhr tickt. Ende März 2019 ist Großbritannien - nach jetzigem Fahrplan - raus aus der EU. Da Parlamente und EU-Länder dem Austritt zustimmen müssen, müssten die Verhandlungen bis Oktober nächsten Jahres abgeschlossen sein. Stolpersteine wird es bis dahin noch genug geben. Der Franzose Barnier hält es wie sein Landsmann Jean Monnet, einer der ehemaligen Wegbereiter der Europäischen Union, der sagte: Ich bin weder Optimist noch Pessimist, ich bin fest entschlossen.

Brexitminister Davis konterte mit einem Spruch von Winston Churchill, dem ehemaligen britischen Premierminister, der Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg führte: Der Pessimist sieht Schwierigkeiten in jeder guten Gelegenheit. Der Optimist sieht gute Gelegenheiten trotz aller Schwierigkeiten. "Im Sinne von Churchill und Monnet bin ich ein überzeugter Optimist", sagte Brexitminister Davis mit einem Schmunzeln.

Fahrplan für Brexit-Verhandlungen steht
K. Bensch, ARD Brüssel
20.06.2017 01:03 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. Juni 2017 um 22:15 Uhr.

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