Barnier und Davis vor dem Beginn der Brexit-Verhandlungen | Bildquelle: AFP

Brexit-Verhandlungen Drei historische Minuten

Stand: 19.06.2017 13:37 Uhr

Höflich, fast freundlich, sind in Brüssel die Brexit-Verhandlungen gestartet. Die Unterhändler Barnier und Davis betonten Gemeinsamkeiten. Nach Rosenkrieg klang der Auftakt nicht. Ob das so bleiben wird?

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Ein Kameragewitter donnerte los, als die beiden Männer in Anzügen und farblich abgestimmten Krawatten den Raum betraten: Der Franzose Michel Barnier, der für die EU verhandelt, und David Davis, der Brexit-Minister der britischen Regierung.

Höflich und freundlich schüttelten sie sich die Hände - vor der britischen und der europäischen Fahne. Es war ein kurzer, aber historischer Moment, als EU-Chefunterhändler Barnier sagte, heute starteten die Verhandlungen für den ordentlichen Austritt Großbritanniens aus der EU.

Zeitplan bis Ende der Woche fertig?

Die Ausstiegsverhandlungen beginnen ziemlich genau ein Jahr nach der Brexit-Entscheidung in Großbritannien. Zum Start wiederholte Barnier die Prioritäten der Europäischen Union: "Zuerst müssen wir die Unsicherheiten beseitigen, die der Brexit verursacht - für die betroffenen Bürger, für die neue EU-Außengrenze zwischen Irland und Nordirland und für die finanziellen Verpflichtungen, die Großbritannien als EU-Mitglied eingegangen ist und die über den Austrittstermin hinausgehen", sagte er. Es gehe zum Beispiel um europäische Strukturfonds, also Geld für Straßenbau oder die Förderung von Arbeitslosen. "Ich hoffe, dass wir in der ersten Verhandlungsrunde auf die wichtigsten Themen und den Zeitplan einigen können", sagte der Franzose. Den will Barnier bereits am Ende der Woche beim EU-Gipfel verkünden, wenn alle europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel sind.

Ende März 2019 wird Großbritannien - nach jetzigem Fahrplan - kein Mitglied der Europäischen Union mehr sein. Damit die Parlamente in den einzelnen Mitgliedsländern genug Zeit haben, um über die Einigung abzustimmen, müsste bereits bis Herbst nächsten Jahres alles in trockenen Tüchern sein. Der britische Chefverhandler Davis gab sich versöhnlich. "Uns verbindet mehr, als uns trennt", sagte er. Die Briten gingen positiv und konstruktiv in die Verhandlungen. "Ziel ist eine besondere und tiefe Partnerschaft mit der Europäischen Union", sagte Davis.

Beginn der Brexit-Verhandlungen
tagesschau 16:00 Uhr, 19.06.2017, Bettina Scharkus, ARD Brüssel

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Brexit abblasen? Keine Option

Die britische Regierung geht nach der Wahlschlappe der Konservativen von Premierministerin Theresa May allerdings politisch geschwächt in die Verhandlungen. Den Brexit abblasen, ist derzeit offenbar keine Option. Erst gestern hatte Davis noch einmal klar gestellt, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austreten werde.

Premierministerin May will ihr Land nicht nur aus der EU, sondern auch aus dem Binnenmarkt und der Zollunion führen und stattdessen ein neues Freihandelsabkommen abschließen. Ob das mit den Nordiren, auf deren politische Unterstützung sie angewiesen ist, zu machen sein wird, ist fraglich. Sie wollen keinen harten Brexit.

Nach der Ankündigung von rund drei Minuten verließen der Franzose Barnier und der Brite Davis die Bühne, um mit den Verhandlungen zu beginnen. Begleitet von Kameraklicken und Blitzlichtgewitter.

Brexit-Verhandlungen gestartet
K. Bensch WDR Brüssel
19.06.2017 13:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Juni 2017 um 14:00 Uhr.

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